Internationaler Kongress über Arbeitssicherheit in der Bauwirtschaft: Berufskrankheiten heute und morgen - Prävention steht vor neuen Aufgaben

Wien (OTS) - Nicht nur der Sturz vom Gerüst macht die Arbeit am
Bau gefährlich: Schadstoffe und Belastungen zerstören die Gesundheit langsam und nachhaltig.

"Berufskrankheiten heute und morgen" war daher das Generalthema am zweiten und dritten Tag des Internationalen Kolloquiums der Internationalen Vereinigung für Soziale Sicherheit (IVSS), das die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt vom 6.bis 8.Oktober in der Wiener Hofburg veranstaltete.++++

Lunge, Haut und Wirbelsäule sind besonders betroffen. Die Schadstoffe Asbest und Quarzstaub standen am Donnerstagnachmittag im Mittelpunkt der Fachreferate. Asbest, noch vor wenigen Jahrzehnten als Baumaterial genutzt, ist heute als krebserregend bekannt und gefürchtet. Möglichst genaue Erfassung und Dokumentation der seinerzeit verwendeten Materialien, fachgerechte Entsorgung, sorgfältige Langzeituntersuchungen der Arbeiter und Verwendung von Ersatzstoffen wie Mineralwolle waren wurden in den Erfahrungsberichten der internationalen

Experten behandelt und diskutiert. Quarzstaub ist in der Bauindustrie allgegenwärtig. Schutzmaßnahmen haben die gefürchtete Silikose, die Staublungenerkrankung, heute zwar erheblich verringert, aber noch nicht ganz zum Verschwinden gebracht. Die Krankheit tritt oft erst Jahrzehnte nach dem Kontakt mit dem Schadstoff auf, neuere Untersuchungen lassen zudem vermuten, dass Quarzstaub nicht nur Silikose, sondern auch Lungenkrebs hervorrufen könnte, hier sind allerdings noch nicht alle Faktoren ausreichend erfasst.

Prävention muss sich auf neue Gefahrstoffe einstellen

Den Erkrankungen durch Zement und chemische Produkte sowie den ergonomischen Belastungen war der letzte Tag des Kolloquiums gewidmet. Erfolgreiche Lösungsansätze wurden präsentiert, davon einige Beispiele: Schwere Hautekzeme ("Maurerkrätze") können durch veränderte chemische Zusammensetzung des Betons verhindert werden; ein neues Schnelltockungsverfahren für Beton mittels Mikrowellen schaltet die Verbrennungsgefahr bei der herkömmlichen Methode praktisch aus; Spezialfilter können die Schadstoffemissionen bei von

Dieselmotoren bei Bauarbeiten unter Tag entscheidend absenken. Arbeit am Bau ist Schwerabeit, verbunden mit Belastungen für den Stütz-und Bewegungsapparat durch Heben und Tragen schwerer Lasten oder ungünstige Arbeitshaltungen.

Auch hier zeigten die Erfahrungsberichte verschiedene vielversprechende Ansätze: Datenbanken ermöglichen die bessere Erfassung der Belastungen und die Planung von Präventionsmassnahmen; Kooperation mit Produzenten von Arbeitsmaterialien sorgt für bessere und leichter handhabbare Produkte; Untersuchungen direkt auf den Baustellen zeigen Schwachstellen im Umgang mit Sicherheitsvorschriften auf und ermöglichen neue Lösungen mit allen Betroffenen - Arbeitgebern und Arbeitnehmern.

In Zukunft wird der Prävention eine immer größere Rolle zukommen; erfolgreiche Prävention aber setzt Fachwissen und Bereitschaft der auf der Baustelle voraus. Bei einem abschliessenden Roundtable-Gespräch über die Zukunft der Berufskrankheiten wurde die Notwendigkeit des internationalen Datenaustausches, einheitlicher Definitionen und die Verbesserung der Kommunikation von Technikern und Ingenieuren sowie Arbeitsmedizinern und Sicherheitstechnikern betont. IVSS-Sektionspräsident Marc Schneider dankte in seinem Schlusswort der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt für die gute Kongressorganisation und kündigte bereits das 26. Kolloquium im Dezember 2001 in Paris an.(Schluss)

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