Vertrag als Sterbehilfe Wiener Kindergruppen sehen sich gezwungen, Vertrag mit zu geringer Förderungshöhe zu unterschreiben

Wien (OTS) - "Gibt es ein Leben nach dem Tod?, fragt Bertram
Burian, Vertreter der Wiener Kindergruppen anläßlich der Unterzeichnung eines Vertrages zwischen der Gemeinde Wien und den Wiener Kindergruppen.

Sechs Kindergruppen mußten zwischenzeitlich bereits schließen. Die Gemeinde Wien fördert die Kindergruppen seit Jänner 1999 nur mehr mit 1.500,- pro Kind und Monat (was einem Fünftel der Summe entspricht, mit der ein Platz in einem öffentlichen Kindertagesheim gefördert wird, für den pro Kind und Monat 7.500,- Schilling an Steuergeldern aufgebracht werden!)

Trotz der dadurch äußerst gespannten finanziellen Situation in den einzelnen Gruppen sehen sich die Wiener Kindergruppen nunmehr gezwungen, den vorliegenden Vertrag zu unterschreiben. "Er dient uns insofern als Sterbehilfe, als darin die Übernahme der Abfertigungszahlungen durch die Gemeinde Wien es den Kindergruppen wenigstens ermöglicht, ohne Schulden zusperren zu können", so Burian.

"Würde der Vertrag die notwendige Förderungssumme von 3.600,-Schilling pro Kind und Monat beinhalten, so könnte die Unterzeichnung dieses Vertrags ein wirklich historischer Schritt sein", meint Stefan Jeschek, Obmann des Dachverbandes. "Sofern die begleitenden schriftlichen Zusagen auch Bestand haben, kann der Vertrag in allen Punkten außer der Förderungshöhe, Akzeptanz finden", ergänzt Christoph Streissler als Verhandlungsleiter seitens der Wiener Kindergruppen.

In der gegenwärtigen Situation wird der Vertrag nicht in der Hoffnung unterschrieben, ein Weiterbestehen der Kindergruppen - deren Modell von unterschiedlichsten Seiten große Anerkennung gezollt wird - zu ermöglichen. Man hofft vielmehr auf ein "Leben nach dem Tod", dann nämlich, wenn die Atempause genützt werden kann, um die Öffentlichkeit weiter für eine gerechte Förderung der Kindergruppen zu mobilisieren, so daß es schließlich auch zur Einsicht seitens der verantwortlichen Parteien und PolitikerInnen kommt.

"Man kann immer rechnen, wie man will. Aber man sollte sich bewußt sein, daß hinter all den Zahlen Kinder stehen. Sie sind die wirklich unmittelbar Betroffenen. Ihnen entzieht die Gemeinde Wien durch das finanzielle Aushungern des Modells Kindergruppe die Möglichkeit einer individuellen, hochqualitativen und dabei für die öffentliche Hand kostengünstigen Betreuung. Und das in einer Zeit, wo es österreichweit an 140.000 Kinderbetreuungsplätzen fehlt" schließt Burian.

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