Wirtschaft warnt vor Milliarden-Belastungspaket durch ÖGB

Gleitsmann: "Nur flexiblere Arbeitszeiten werden neue Jobs bringen"

PWK - Die Wirtschaft warnt vor einem Milliarden-Belastungspakt durch den ÖGB. "Die heute von ÖGB-Präsident Verzetnitsch vorgestellten Schwerpunkte der künftigen Gewerkschaftsarbeit sind sicherlich kein Beitrag zur Förderung des Wirtschaftswachstums", sagt Martin Gleitsmann Leiter der Abteilung für Sozialpolitik in der Wirtschaftskammer Österreich. ****

Allein die vollständige Angleichung der Arbeitnehmerrechte, besser bekannt als Aktion Fairness, würde die Wirtschaft bis zu 10 Mrd Schilling kosten. Auch die Abfertigung bei Selbstkündigung kommt für Gleitsmann nicht in Frage. Rückendeckung erhält er dabei vom Europäischen Gerichtshof, der erst kürzlich solche Ansprüche kategorisch abgelehnt hat. Bei einer Ausweitung der Karenzzeit auf zwei Jahre, wie sie der ÖGB anstrebt, müssten frühere Sparpakete wieder aufgeschnürt und damit zahlreiche andere Maßnahmen in Frage gestellt werden.

Abgelehnt wird von der Wirtschaft auch die Forderung des ÖGB nach einer generellen Einführung der 35-Stunden-Woche. Damit werden auf Dauer keine neuen Arbeitsplätze geschaffen; vielmehr sind die Betriebe gezwungen, stärker als bisher zu rationalisieren. Wie umstritten diese Maßnahme ist, zeigen die anhaltenden Proteste gegen die 35-Stunden-Woche in Frankreich. "Anstatt die Wirtschaft mit immer neuen Regulierungen zu lähmen, sollten wir die Dynamik der guten Konjunktur nutzen, um unnötige Behinderungen abzubauen", sagte Gleitsmann. Nicht mit einer kürzeren, sondern nur mit einer flexibleren Arbeitszeit könnten neue Jobs geschaffen werden. Gleitsmann sprach sich dafür aus, flexible Arbeitszeiten nicht nur in den Kollektivverträgen vorzusehen, sondern verstärkt in den Betrieben zu ermöglichen.
(Schluß) MH

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