Falsche Erste Hilfe-Maßnahmen in TV-Sendung

Wien (OTS) - Die Sendung "Medicopter 117 - Jedes Leben zählt" vom 5. Oktober 1999, hat bedauerlicherweise irreführende Darstellungen der Ersten Hilfe gezeigt. Das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) möchte aus diesem Anlaß vor Nachahmungen ausdrücklich warnen.

Im Film bleibt bei einem Motorradunfall im Gelände eine Person regungslos liegen. Ein Helfer nimmt dem Verunglückten den Sturzhelm ab. Der etwas später eintreffende Arzt bemerkt, daß es sich um eine Wirbelsäulenverletzung handelt. Bei der dann folgenden Versorgung des Patienten werden haarsträubende Fehler begangen. Der gravierendste ist die Anschuldigung, daß der Ersthelfer den Helm nicht abnehmen hätte dürfen und nun an einer Querschnittschnittslähmung des Patienten schuld sei.

Richtig ist vielmehr, daß bei reglosen Notfallpatienten ein Sturzhelm natürlich abzunehmen ist. Dies ist zur Kontrolle der Lebensfunktionen unerläßlich. Das Risiko, daß ein Patient ansonsten erstickt, überwiegt bei weitem die Gefahr, eine Wirbelsäulenverletzung zu verschlimmern. Durch richtige Helmabnahme kann diese Gefahr weitgehend vermieden werden. Auf die Helmabnahme folgt die Atemkontrolle und die Kreislaufkontrolle. Daraus ergibt sich die Notfalldiagnose und die entsprechende lebensrettende Sofortmaßnahme.

Richtige Erste Hilfe kann jeder lernen. Mehr als 100.000 Menschen besuchen jährlich Erste Hilfe-Kurse des Österreichischen Roten Kreuzes und werden zu Lebensrettern ausgebildet.
Es würde uns freuen, auch die Verantwortlichen der "Medicopter"-Serie in einem solchen Kurs begrüßen zu können, um irreführende Darstellungen in Zukunft zu verhindern.

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