Hostasch: Um 22.776 Arbeitslose weniger als im September 98-

Positive Beschäftigungsentwicklung setzt sich fort

Wien, 5. Oktober 1999 (BMAGS).- Bundesministerin Lore Hostasch
gab heute die Beschäftigungs- und Arbeitsmarktdaten für September 1999 bekannt. Demnach lag die (vorläufige) Zahl der unselbständig Beschäftigten mit 3.150.607 (1.789.828 Männer und 1.360.779 Frauen)um 29.527 (+0,95%) über dem Vergleichswert des Vorjahres. Die Arbeitslosigkeit lag Ende September mit 179.743 betroffenen Personen um 22.776 (-11,2%) unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Das ist der bisher größte Rückgang im Verlauf des heurigen Jahres.****

Frauen profitieren vom Rückgang der Arbeitslosigkeit

Der weitere Rückgang der Arbeitslosigkeit im September kam
Frauen mit -12.269 (-11,9%) noch deutlicher zugute als Männern (-10.507 bzw. 10,6%).

Unterteilt in die dreistufige Systematik der Gebietseinheiten
für die Statistik – NUTS (Nomenclature des Unites Territoriales Statistiques) entfielen Ende September 1999 rund 52% (94.359) der Arbeitslosigkeit auf die >Region OST< (Wien, Niederösterreich und Burgenland), 26% (46.446) auf die >Region WEST< (Oberösterreich, Tirol, Salzburg und Vorarlberg) und 22% (38.938) auf die >Region SÜD< (Steiermark und Kärnten).

Im Vergleich zum Vorjahr sank die Arbeitslosigkeit in allen Bundesländern. Relativ gesehen hatten die stärksten Rückgänge die Bundesländer Vorarlberg (-14,3%, absolut: -1.007), Steiermark (-13,1%, absolut: -3.973), Tirol (-12,8%, absolut: -1.592) und Wien (-11,8%, absolut: -8.187).

Sinkende Arbeitslosigkeit in Produktions-, Dienstleistungs- und Saisonberufen

Generell ergab sich auch in den einzelnen Branchen ein
weitgehend ähnliches Bild wie in den Vormonaten: Die stärksten Rückgänge verzeichneten der Handel (-5.557), die Sachgütererzeugung (-4.479), der Fremdenverkehr (-2.924), das Realitätenwesen (-1.816) und das Bauwesen (-1.813). Insgesamt sank die Arbeitslosigkeit sowohl in den Produktions- und Dienstleistungsberufen als auch in den Saisonberufen.

Nach Ausbildungskategorien zeigte sich Ende September 1999
folgendes Bild: 80,5% (144.615) aller Arbeitslosen hatten keine über die Lehre hinausgehende abgeschlossene Ausbildung. Weitere 7,4% hatten eine mittlere Schulausbildung, 3,2% einen AHS-Abschluss und 5,4% einen BHS-Abschluss. 5.947 (3,3%) waren mit einer darüber hinausgehenden Ausbildung (Uni, Akademie, Fachhochschule)
arbeitslos vorgemerkt.

Altersarbeitslosigkeit rückläufig

Die bereits im August beobachtbare Verbesserung in der Altersarbeitslosigkeit (über 50 Jährige) verdeutlichte sich im September mit -1.061 (-2,3%) noch weiter. Lediglich bei den über 55jährigen (+1.535 bzw. +7,5%) war nach wie vor eine - wenn auch immer mehr verflachende - Zunahme festzustellen, sie wurde jedoch durch den Rückgang bei den 50 bis 54jährigen (-2.596; -10,0%) bereits deutlich überkompensiert.

In den anderen Alterskategorien sank die Arbeitslosigkeit
generell; bei jüngeren Personen (bis unter 25 Jahre) sogar um 5.207 oder 16% auf 27.327, was Österreichs Top-Position unter den Industriestaaten der Welt in diesem Bereich bestätigt. Die Arbeitslosenquote Jugendlicher nach letztverfügbaren Eurostat-Werten von Ende Juli 1999 lag in der EU bei 17,8%, in Österreich dagegen bei 5,7.

Auch im Haupterwerbsalter (25 bis 49 Jahre) war ein kräftiger Rückgang zu verzeichnen (-16.508 bzw. -13,3%).

Lehrstellenmarkt weiter entspannt

Auf dem Lehrstellenmarkt zeigte sich im September eine
deutliche Verbesserung der Gesamtsituation. So lag die Zahl der Lehrstellensuchenden mit 4.957 erheblich unter dem Vorjahreswert (-2.366 oder -32,3%). Aber auch die gemeldeten offenen Lehrstellen zeigten mit 2.616 (+305 bzw. +13,2%) deutlich ansteigende Tendenz. Die Dynamik bzw. die Vermittlungstätigkeit am Lehrstellenmarkt blieb hoch, im Laufe des September wurden 8.301 Lehrstellensuchende vermittelt.

Die Schulungsaktivitäten lagen im September mit 32.478 um
12.437 (+62,1%) über dem Wert des Vorjahres (Ende August ´99:
+10.207).

Stellenangebot expandiert unvermindert

Als erfreuliches Signal für eine weiterhin kontinuierlich gute Beschäftigungsentwicklung ist die Tatsache zu werten, dass im Arbeitsmarktservice der Bestand an offenen Stellen mit +9.880 bzw. +40,8% auf 34.090 unvermindert stark expandierte.

Arbeitslosenquoten

Nach den von Eurostat, dem Statistischen Amt der Europäischen
Union in Luxemburg errechneten Arbeitslosenquoten, ergab sich für Österreich (im Juli 1999 - letztverfügbarer Wert) eine vergleichbare Arbeitslosenquote von 4,3%.

Seit Jänner sinkt die Arbeitslosenquote sukzessive (ausgehend
von 4,6%), was die gute Lage Österreichs im internationalen Vergleich weiter festigt. Die Europäische Union (EU-15) verzeichnete eine mehr als doppelt so hohe Arbeitslosenquote
(9,3%). Der regionale Problemdruck der Arbeitslosigkeit war innerhalb der 15er-Gemeinschaft zuletzt in Spanien (15,9%), Italien (12,0%), Frankreich (11,0%) und Finnland (9,8%) am höchsten.

Die nationale Registerquote der Arbeitslosigkeit errechnet
sich anhand der vorläufigen Beschäftigtenzahlen mit 5,4%, was gegenüber dem Vorjahresvergleich einen Rückgang um 0,7% darstellt.

(schluss)

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