Dieser Artikel erscheint im Wirtschaftsblatt vom 2. Oktober 1999 AUA-Starallianz: Strenge EU-Auflagen im Anflug Die EU-Kommission wird die angepeilte Kooperation zwischen AUA und

Wien/Brüssel (OTS) - Star Alliance nur genehmigen, wenn harte Bedingungen erfüllt werden.Die könnten die Vorteile der Luftlinien-Zusammenarbeit praktisch zunichte machen =

Vielleicht hat ja das Flugzeug aus Wien
Verspätung. Die Anmeldung der Kooperation zwischen Austrian Airlines und der Star Alliance ist bei der EU-Kommission in Brüssel jedenfalls noch immer nicht eingetroffen - obwohl sie nach Angaben der AUA am 21. September abgeschickt wurde.

"Bei uns ist nur ein Brief angekommen, in dem die Allianz kurz angekündigt wird", sagt der Sprecher des zuständigen EU-Kommissars Mario Monti. "Nötig ist aber eine formelle Notifikation mit den Details der Kooperation." Wenn der Zusammenschluss wie geplant mit dem Sommerflugplan im März 2000 starten soll, müsse die Notifikation nun schleunigst erfolgen, drängt die EU-Wettbewerbsbehörde.

Sie will für die Bearbeitung des Falles genug Zeit haben. Während bei der AUA davon ausgegangen wird, dass das Ansuchen reibungslos über die Bühne geht, wird in Brüssel an ungewöhnlich strengen Auflagen für die neue Partnerschaft getüftelt. Denn bei bisherigen Zusammenschlüssen, etwa jener von Lufthansa und SAS, sei man zu wenig rigoros vorgegangen sei. Ein Kommissionssprecher: "Im AUA-Fall wird die Möglichkeit, streng vorzugehen, am Schopf gepackt werden." Schliesslich hätten die AUA und die zur Star Alliance gehörende Lufthansa bei Flügen zwischen Österreich und Deutschland praktisch Monopolstellung.

Alexander Schaub, Generaldirektor der Brüsseler Wettbewerbsbehörde: "Es ist immer eine schwierige Situation, wenn sich zwei auf einer Strecke marktbeherrschende Konkurrenten zusammenschliessen. Es ist ja kein Geheimnis, dass die Preise auf solchen Strecken höher sind als anderswo. Wir werden diesen Fall deshalb besonders aufmerksam verfolgen."

Die Star Alliance ist mit acht Mitgliedern, einem Umsatz von 652 Milliarden Schilling und jährlich 214 Millionen Passagieren die weltweit grösste Airline-Kooperation. Austrian Airlines werde die Partnerschaft statt "Angriffen durch die Konkurrenz" eine "Ergebnisverbesserung um 300 Millionen Schilling bringen", freute sich hingegen jüngst AUA-Vorstand Herbert Bammer - und erschrak damit etwa die Reisebüros, die Preisdruck fürchten. "Eine falsche Bewegung und wir rufen Brüssel zu Hilfe", warnte Joseph Reitinger-Laska, Obmann der Reisebürovereinigung ÖVT.

Das wird nicht nötig sein: Die EU-Wettbewerbsbehörde hat bereits ihren Köcher mit einer Reihe von Auflagen griffbereit. Folgende Zwangsmassnahmen drohen:

- Bevorzugte Slots (Lande- und Abflugrechte) müssen für andere Linien frei gemacht werden.

- Konkurrenten muss optimaler Zugang zum eigenen Reservierungssystem gewährt werden.

- Andere Gesellschaften müssen am Vielfliegerprogramm partizipieren dürfen.

- Verkaufsprämien für Reisebüros werden verboten, eine Ausnützung der dominaten Marktposition zur Verbesserung der Konditionen untersagt (AUA und Lufthansa haben in Österreich einen Marktanteil von rund 60 Prozent).

- Härteste mögliche Massnahme: Eine teilweise Zwangsentflechtung der Beteiligungen.

Ein EU-Beamter: "Die Summe derartiger Massnahmen kann den Nutzen der Kooperation gegen Null senken."

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