Dachgleiche für Neubauten im Museumsquartier

Wien, (OTS) Die Bauarbeiten im Wiener Museumsquartier,
Europas größter Kulturbaustelle, laufen auf Hochtouren. 14 Monate sind es nur noch bis zur Fertigstellung der Neubauten. Die
Republik Österreich und die Stadt Wien realisieren damit eines ihrer größten Kulturprojekte auf einem der schönsten Standorte. Mit der voranschreitenden Realisierung des Wiener Museumsquartiers wird das Areal der ehemaligen kaiserlichen Hofstallungen als ein zentraler, österreichischer Ort für zeitgenössische, moderne Kunst und Kultur etabliert.

Heute, Freitag, wird die Dachgleiche bei den drei Neubauten
(Leopold Museum, Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, Kunsthalle Wien und Hallen E+G/Wiener Festwochen) gefeiert. Als Festredner werden Bundesministerin Elisabeth Gehrer, Wiens Bürgermeister Dr. Michael Häupl, Staatssekretär Dr. Peter Wittmann sowie Vizebürgermeister DDr. Bernhard Görg teilnehmen. Weiters werden u.a. Wiens Kulturstadtrat Dr. Peter Marboe, politische Vertreter und hohe Beamte aus Stadt, Bund und von europäischen Institutionen, Vertreter der Wiener Galerien-, Kunst- und Kulturszene sowie Mieter und Arbeiter erwartet.
Die Fertigstellung und Übergabe ist für Ende 2000 vorgesehen. Ab Mai 2001 wird beginnend mit den Wiener Festwochen die Eröffnung
der neuen Museen und Veranstaltungsräume sukzessive stattfinden können. In der derzeitigen Bauphase bietet sich letztmalig die Chance, die tatsächlichen Raumgrößen und Betontragkonstruktionen zu besichtigen, da die Deckenboden- und Wandverkleidungen noch
nicht angebracht sind. Weiters sind Steinverkleidungen, Eingangstüren, Fenster, Brandabschnittstrennungen sowie Stiegen-und Liftanlagen noch nicht ausgeführt.

In Kürze wird der Übergang in den Endausbau stattfinden. Dann werden die Rohinstallationen bei Be- und Entlüftung sowie die Elektrogrundinstallationen durchgeführt. Gleichzeitig werden die Stein- bzw. Ziegelfassaden angebracht. Mit der Fertigstellung der Außenwände und Dächer werden auch die Unterkonstruktionen für die Fenster und Portale errichtet. In dieser Bauphase werden die
derzeit ca. 160 auf der Baustelle Beschäftigten auf bis zu 700 Personen aufgestockt.

Präsentation der neuen Häuser

Das Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien ist das größte mitteleuropäische Museum moderner Kunst. Im neuen Haus wird es die bisher auf 2 Häuser aufgeteilte Sammlung internationaler Kunst von 1900 bis zur Gegenwart sowie Sonderausstellungen und
Veranstaltungen zu aktuellen künstlerischen Positionen präsentieren. Neue Räume für Kunstvermittlung und Workshops sowie attraktive Serviceeinrichtungen (Shop, Cafe) werden Top-Besucherservice bieten.

Die KUNSTHALLE Wien ist die Ausstellungsinstitution der Stadt
Wien für internationale zeitgenössische und moderne Kunst. Sie konzentriert sich auf Präsentationen internationaler zeitgenössischer Kunst. Im Sinne eines erweiterten Kunstbegriffes kommt den gattungs- und grenzüberschreitenden Tendenzen im Bereich der Künste große Bedeutung zu.

Ab 2001 werden die Hallen E (1.000 Besucher) und G (350
Besucher) in der ehemaligen Winterreithalle wieder zentrale Spielstätte der Wiener Festwochen sein, die hier künstlerische Highlights, internationale und außergewöhnliche Produktionen aus den Bereichen Musik, Theater und Tanz zeigen werden. Die Hallen E und G stehen künftig auch der Viennale, den Internationalen Tanzwochen Wien, der Tanzszene Wien und der jungen Wiener Musiktheaterszene zur Verfügung.

Das Leopold Museum besitzt über 5.200 Objekte mit Schwerpunkt österreichische Malerei des 19. Jahrhunderts und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Sammlung umfasst die weltweit größte Anzahl von Gemälden und Grafiken Egon Schieles, sowie eine Reihe von Hauptwerken von Herbert Boeckl, Hans Böhler, Albin Egger
Lienz, Anton Faistauer, Richard Gerstl, Josef Hoffmann, Gustav Klimt, Oskar Kokoschka, Anton Kolig, Alfred Kubin und Kolo Moser. Aus dem 19. Jahrhundert sind Ferdinand Georg Waldmüller, Anton Romanko, Emil Jakob Schindler, Carl Schuch u.a. vertreten. Darüber hinaus enthält die Sammlung Leopold wesentliche Gegenstände des österreichischen Kunstgewerbes um 1900. Begleitend sind Sonderausstellungen und Veranstaltungen vorgesehen.

Im Rahmen der Dachgleichen-Feier sind die Häuser der
Institutionen, die sich mit künstlerischen Beiträgen am Programm beteiligen, im Rohbau zu besichtigen.

Richt(ungs)fest

Seit Herbst 1998 organisieren die beiden Kuratoren Markus
Wailand und Vitus H. Weh künstlerische Aktivitäten im Zusammenhang mit "Kunst auf der Baustelle". Bisher waren im Rahmen von Construction Sounds I und II, der "Hell cuisine", der Vorplatz-
und Bauzaungestaltung sowie der Ecksteinlegung u.a. die KünstlerInnen bzw. Künstlergruppen Kodwo Eshun, Franz Pomassl, Cargnelli/Szely, Station Rose, Franz Graf und Akademieklasse,
Herwig Müller, poor boys enterprise, Architexture team, Marcus Geiger, Ecke Bonk sowie die Architektengruppe querkraft tätig.

Bei der Gleichenfeier, die nach einem Konzept von Vitus H.
Weh und Markus Wailand ablaufen wird, wird Licht eine große Rolle spielen. Große, gleißende Scheinwerferwände, wie man sie aus der Filmbranche kennt, werden die Ankommenden bereits am Eingang empfangen. Das gesamte Areal wird damit gleichsam zum "Drehort",
auf dem nach einem künstlerischen Konzept von Romana Scheffknecht bald Szenen und Handlungen stattfinden werden.

Hat man die Lichtschleusen durchschritten, wartet ein
Parcours durch die Baustelle. Ein Übersichtsplan mit den eingezeichneten Nummern des Baustellenpfads wird in Form einer Postkarte ausgegeben (grafische Gestaltung: D+). Die Reihenfolge
der Stationen ist mit übergroßen Nummerntafeln – Requisiten aus der Filmbranche - ausgeschildert. Die Stationen führen vom neuen Modell des Museumsquartiers über den Innenhof vor der Winterreithalle bis vor das Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, wo die Festreden stattfinden. An den Dächern werden Bäume befestigt, abschließend wird eine Gasfanfare betätigt.

Vom Dach des Museums moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien wird
ein riesiger prunkvoller Luster aus Baustellenmaterialien herabgelassen, bis er genau über die Treppe zum Museum schwebt (künstlerisches Konzept: Spallo Kolb). Die Arte Povera, Fellini und der Opernball lassen grüßen. Wahrlich nahrhaft wird das Areal durch die Museumsquartier-Bar, die in der Halle des Museums eröffnet wird. Nach einem Entwurf des Bildhauers Peter Sandbichler zeigt sie den aufgestellten Grundriss des Quartiers. Gefertigt ist sie aus gelben Doka-Platten und Plexiglas. Ein DJ-Pult ist integriert. Die Bar ist mobil und wird in Zukunft bei weiteren Projekten von "Kunst auf der Baustelle" wiederverwendet. Von Peter Sandbichler stammen auch die Tensegrity-verspannten Neonröhren im Inneren und der Museumsquartier-Zeiger aus Lüftungsschächten an der Außenfassade des künftigen Museums moderner Kunst. Die Präsentationen der Betreiber der neuen Häuser beginnen mit dem Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien und DJ Gerwald Rockenschaub, gefolgt von Kunsthalle Wien und Hallen E+G/ Wiener Festwochen sowie dem Leopold Museum.

Das Museumsquartier stellt sich vor

Als Kernstück einer zukünftigen Präsentation ist täglich von 10.00-19.00 Uhr ein ca. 2,20 x 1m großes Modell des gesamten Komplexes für interessierte Besucher zu besichtigen.
Ort: Museumsquartier; 7, Museumsplatz 1, Ovalhalle (Haupteingang rechts) Eintritt frei!

Jeden letzten Donnerstag im Monat, jeweils 17.00 Uhr sowie –
für größere Gruppen - nach Vereinbarung finden Baustellen-Führungen statt. Weitere Informationen:

o Museumsquartier Errichtungs- und Betriebsges.m.b.H.
Museumsplatz 1, 1070 Wien
Tel: 523 58 81, Fax: 523 58 86
Internet: www.museumsquartier.at

Am 26. Oktober 1999 findet der "Tag der offenen Baustelle" statt.
Um 9.30 Uhr, 11.00 Uhr, 12.30 Uhr, 14.00 Uhr, und 15.30 Uhr werden Baustellenführungen angeboten. Zwischen 10.00 und 17.00 Uhr wird eine Besucherbefragung durchgeführt. Die Museumsquartier-Bar in
der Ovalhalle ist geöffnet. (Forts.mgl.) egm

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Mag. Eva Gassner
Museumsquartier Errichtungs- und Betriebsgesellschaft
Tel.: 523 58 81/286

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