Verkehrspolitik mit und nicht gegen Straßentransporteure

Belangsendung der WKÖ am 5.10.99 um 5:52 auf Ö1

PWK - Die österreichischen Straßentransporteure fühlen sich als Spielball der Politik. Von der Brennerblockade bis zu plötzlich verfügten Fahrverboten zu Ferienbeginn, von Überholverboten für Lastwagen auf Autobahnen bis zu einem neuen Gefahrenguttransportgesetz strömt eine ununterbrochene Folge von neuen Bestimmungen auf die Kapitäne der Landstraße ein, die in ihrer Komplexität kaum noch zu überblicken sind. Die immer neuen Vorschriften und Hindernisse, die natürlich sehr oft zusätzliche Kosten bedeuten, treffen die Transportwirtschaft in einer neuen, durch den EU-Beitritt noch härter gewordenen Konkurrenzsituation. ****

Die Konkurrenz kommt aber nicht nur aus dem EU-Raum, sondern auch aus den Reformländern, berichtet der Geschäftsführer des Fachverbandes des Gütertransportgewerbes in der Wirtschaftskammer Österreich, Rudolf Bauer. Schließlich verbindet uns mit Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Slowenien eine mehr als 1.000 Kilometer lange Grenze.

"Wir haben aus den Reformländern vor allem Konkurrenz in Form von Kleinlastfahrzeugen bis 6 t Gesamtgewicht, vor allem aus Tschechien, Slowakei, Rumänien und Ungarn. Das sind Fahrzeuge, die am Wochenende fahren können, die unter keine Wochenendfahrverbote fallen, und das sind Fahrzeuge, die durch fast alle Kontrollen fallen, einfach weil sie auf der Autobahn nicht auffallen, nur ersetzen oft drei von diesen Fahrzeugen einen großen österreichischen Lkw. Und das tut uns weh, denn diese Leute nehmen uns Geschäft weg."

Der EU-Beitritt hat einen Preisverfall im Gütertransport von durchschnittlich 25 Prozent gebracht, so hart ist der Wettbewerb. Die Straßentransporteure sind zu 60 Prozent Kleinunternehmer mit einem bis maximal fünf Lkw. Viele dieser Firmen haben geringe Kapitalreserven und darum sieht der Fachverband in der aktuellen Verkehrspolitik eine zusätzliche Gefahr für die Branche.

"Weil derzeit Verkehrspolitik nicht mit uns, sondern eher gegen uns gemacht wird. Wir haben immerhin 11.000 Unternehmungen zu vertreten, die 40.000 Beschäftigte haben, das sind alles Arbeitsplätze, und wir fragen uns ernsthaft, warum hier nicht mit uns die Politik gemacht wird, sondern eher gegen uns. Wir leisten wesentliche wirtschaftliche Beiträge, wir bringen etwa 25 Mrd Schilling Devisen zur Zahlungsbilanz, das ist bereits die dritte Stelle in der Position nach dem Fremdenverkehr. Und wir haben eine Problemlösungskapazität in unserem Haus, so dass wir jederzeit in der Lage sind, schwerwiegende verkehrspolitische Probleme gemeinsam mit den Behörden zu lösen.
(Schluß) pt

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