Ausstellung "Archive der Arbeiterbewegung"

Wien, (OTS) Das Wiener Stadt- und Landesarchiv zeigt in der
Zeit von 6. Oktober 1999 bis 29. Jänner 2000 die Kleinausstellung "Archive der Arbeiterbewegung". Die von den Räumlichkeiten des Archivs präsentierte Ausstellung ist Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr und Freitag von 8 bis 16 Uhr zu besichtigen. Ein
Katalog (Informationsbroschüre) ist im Benützerraum des Archivs (Stiege 6, 1. Stock, Zi. 328) zu den oben genannten Öffnungszeiten (am Mittwoch ist der Benützerraum wegen Übersiedlungsvorbereitungen geschlossen) bzw. im Sekretariat (Stiege 6, 1. Stock, Zi. 327) Montag bis Freitag von 8 bis 15.30
Uhr kostenlos erhältlich.

Besuchergruppen ab 5 Personen haben die Möglichkeit, über das Ausstellungsreferat Termine für spezielle Führungen durch die Ausstellung telefonisch zu vereinbaren (4000/84831).****

Die Ausstellung

Der Verein für Geschichte der Arbeiterbewegung (VGA) mit Sitz
im Vorwärtshaus an der Rechten Wienzeile wurde am 12. Februar 1959 (u.a. von Oskar Helmer, Karl Maisel, Rosa Jochmann, Gabriele
Proft, Marianne und Oscar Pollak) aus einer zweifachen Intention heraus gegründet. Zum einen sollte eine Institution zur Festschreibung der historischen Identität der demokratischen Arbeiterbewegung dieses Landes geschaffen, zum zweiten eine gesicherte Infrastruktur für die Aufbewahrung der Archive in der Obhut Dr. Friedrich Adlers eingerichtet werden. Fritz Adler hatte
in seiner Funktion als Sekretär der Sozialistischen Internationale diese Archive (darunter das Adlersche Familienarchiv und das Alte Parteiarchiv der Sozialdemokratie) seit den frühen 30er Jahren unter Einsatz seines Lebens in verschiedenen westeuropäischen Ländern in geheimen Depots gelagert. Glücklicherweise haben diese historisch einmaligen und unersetzlichen Archivbestände Weltkrieg und Faschismus überdauert und wurden, nachdem auch die russische Besatzungsmacht aus Österreich abgezogen war, Ende der 50er Jahre nach Österreich zurückgebracht und im VGA dauerhaft aufbewahrt.

Zu diesen Beständen traten im Lauf von vier Jahrzehnten eine Vielzahl von weiteren herausragenden historischen Quellenbeständen (u.a. Nachlass Dr. Adolf Schärf, Parteistellenarchiv der österreichischen Sozialdemokratie, Bibliothek zur österreichischen Sozialgeschichte), so dass der VGA derzeit über europaweit wohl einmalige Spezialsammlungen verfügt. Sie repräsentieren und dokumentieren, über einen Zeitraum von 150 Jahren, auf den verschiedensten Ebenen den beeindruckenden Beitrag der Arbeiterbewegung zur Geschichte und Entwicklung dieses Landes.

Der Verein, als Sonderbereich 1 des Wiener Stadt- und Landesarchives, versteht sich heutzutage als moderne Wissenschaftsinstitution, die archivalische und bibliothekarische Tätigkeitsbereiche mit projektgeleiteter wissenschaftlicher Forschung und benutzerorientiertem Service zu verbinden versucht. Die Ausstellung "Archive der Arbeiterbewegung" präsentiert in einigen ausgewählten Beispielen wesentliche Bestände der historischen Sammlungen des VGA, darunter exemplarisch den Briefwechsel Victor Adlers mit Friedrich Engels sowie Albert Einsteins mit Friedrich Adler, Dokumente aus der graphischen Sammlung (Maifestschriften, Plakate, Flugschriften), zeit- und kulturgeschichtlich bedeutsame Publikationen aus der Bibliothek, Objekte aus der musealen Sammlung und Bilder aus dem historischen Foto- und Bildarchiv der Arbeiter-Zeitung, das 1997 als Kulturgut der Republik unter Denkmalschutz gestellt wurde. (Schluss) red/rr

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