Gewerbeverein: Generationenkonflikt wegen Generationenvertrag

Wien (OTS) Wenn nun bereits Tochter Streissler gegen ihren Vater, Ökonomiedenkmal Prof. Streissler antreten muß, kann dies in der Pensionsfrage kein gutes Zeichen sein - so der Österreichische Gewerbeverein in einer Presseaussendung.

Prof. Rürup, der die österreichische Auftragsklientel (BMAGS) nicht verärgern will, wird auch schon vorsichtiger. Meinte er am 3.7.1997 als Key-Note-Speaker anläßlich einer vom BMAGS veranstalteten Enquete zum österreichischen Pensionsrecht: "Der Katalog der Schwachstellen ist beachtlich", so stimmte er der sehr moderaten Gesetzesfassung überhaupt nicht zu. Nun muß er aus diplomatischischen Gründen klein beigeben. Eine Menge anderer Studien beweist, dass das österreichische Modell so langfristig nicht finanzierbar ist. Versprachen bereits ein Bundespräsident-schaftskandidat, ein Bundeskanzler und nun ein Landeshauptmann und ein Ex-Minister und Seniorensprecher sichere Pensionen auf ewig, so soll die Öffentlichkeit endlich die Wahrheit erfahren. Pensionen sind ohne Zweite und Dritte Säule auf würdigem Niveau langfristig nicht finanzierbar. Wer das behauptet - wie die Sozialministerin - täuscht die heutigen Leistungsträger bewußt.

Rürup hat mit seinem Befund recht: Bei den über Sechzigjährigen steigt die Lebenserwartung jährlich um 35 Tage.

Das derzeitige System ist ja jetzt schon nur mehr dank der verkürzten Lebensdauer der Raucher finanzierbar, wie uns Prof. Walter Krämer, Ordinarius für Wirtschafts- und Sozialstatistik der Uni Dortmund in der letzten Ausgabe der "Zeit" schlüssig bewies. Der im Schnitt fünf Jahre früher erfolgende Tod der Raucher entlastet das deutsche Pensionssystem um 40 Milliarden DM. Auf Österreich umgerechnet sind das etwa gleichviel Schilling. Das ist weit mehr als die Hälfte des österreichischen Budgetdefizits 1999.

Schlüsse auf die neuesten Verhaltensvorsätze österreichischer sozialdemokratischer Spitzenpolitiker zu ziehen, unterlässt der ÖGV in diesem Fall.

Trotzdem fordert er von der neuen Bundesregierung als erstes eine seriöse Bestandsaufnahme der Pensionssituation in Österreich und danach griffige langfristig wirkende Gesetzesveränderungen für eine seriöse Pensionsreform. Die Abspeisung mit einer Ministeuerrückvergütung für "Selbstvorsorger" - wie in der Steuerreform 2000 - jedenfalls wird dem Problem nicht Herr werden.

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