Brauner: Wien ist Vorreiter bei frauengerechter Planung

1 Jahr Leitstelle für alltags- und frauengerechtes Planen und Bauen

Frauenstadträtin Mag. Renate Brauner präsentierte am
Donnerstag gemeinsam mit Stadtbaudirektor DI. Gerhard Weber sowie der Stadtplanerin DI. Eva Kail eine erste Bilanz der Arbeit der
vor einem Jahr eingerichteten "Leitstelle für alltags- und frauengerechtes Planen und Bauen". Die Stelle ist in der Stadtbaudirektion, die ein Teil der Magistratsdirektion der Stadt Wien ist, angesiedelt.

Brauner: Vom Modellprojekt zur Alltagsarbeit

Frauenstadträtin Brauner erinnerte einleitend an die
Geschichte dieser Einrichtung, die österreichweit einmalig ist und auch im Ausland kaum Entsprechungen findet: "Im Jahr 1991 haben
wir mit der Ausstellung ´Wem gehört der öffentliche Raum -Frauenalltag in der Stadt´ erstmals das Thema der frauengerechten Planung aufgegriffen, seither ist es innerhalb der Stadt Wien
immer wichtiger geworden." Das erste in Wien realisierte Projekt, die Frauen-Werk-Stadt, ist ein inzwischen seit über zwei Jahren besiedelter Stadtteil, in dem rund 1000 Menschen wohnen, und der
von Fachfrauen aus Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung geplant wurde. "Die Frauen-Werk-Stadt ist heute Europas größtes Modellprojekt für alltags- und frauengerechtes Planen und Bauen, und dies wird auch von internationalen ExpertInnen so
wahrgenommen," informierte Brauner. Es sei jedoch, um das Thema im Sinne einer querschnittsorientierten Frauenpolitik auch als festen Bestandteil der Arbeit der Stadt Wien zu verankern, wichtig
gewesen, eine zentrale, koordinierende Stelle auf hoher Ebene -
eben jener der Stadtbaudirektion - zu schaffen.

Frauengerechtes Planen als selbstverständliches Thema der Verwaltung

Stadtbaudirektor Weber unterstrich, dass mit der Einrichtung
der Leitstelle für frauen- und alltagsgerechtes Planen und Bauen die Anliegen in diesem Bereich selbstverständlicher Teil des Verwaltungsalltags werden sollen. "Dies ist sowohl im Sinne der Orientierung an den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger, als auch im Sinne der Qualitätssicherung im Rahmen der Verwaltung wichtig," so Weber.

Aufgaben der Leitstelle

Die Aufgaben der Leitstelle seien weit gesteckt, informierte
DI. Kail anschließend. "Es geht einerseits darum, konkrete
Projekte zu initiieren, andererseits müssen auch die Grundlagen für alltags- und frauengerechtes Planen und Bauen weiterentwickelt werden. Konkrete Projekte, die erfolgreich realisiert wurden, sind die überzeugendste Strategie zur Durchsetzung von alltags- und frauengerechter Planung" meinte die Stadtplanerin, und nannte
einige Beispiele:

o Derzeit wird eine "Frauen-Werk-Stadt 2" geplant, diesmal allerdings im dicht besiedelten Gebiet. Der Schwerpunkt liegt
dabei auf der Optimierung der Grundrisse und Nebenräume.
o Die derzeit laufenden Planungen der U-Bahn-Verlängerung nach Norden werden bezüglich Sicherheit, Komfort und leichte Zugänglichkeit beurteilt.
o Für die geplante Sanierung der Wohnhausanlage "Am Schöpfwerk" wurde im Auftrag der Leitstelle ein Gestaltungs- und Sicherheitskonzept erarbeitet.
o Zwei Parkflächen in Wien-Margareten wurden im Rahmen eines Wettbewerbs von jeweils drei Planungsbüros zum Thema "geschlechtssensible Parkgestaltung" bearbeitet.
o Der Umbau der Donaueschingenstraße im 20. Bezirk wird für einen Beteiligungsprozess benutzt, bei dem Kinder, Jugendliche, Wirtschaftstreibende und Frauen mit Versorgungsaufgaben eine
alle zufrieden stellende Lösung zu finden versuchen.

Grundlagenarbeit: Forschung und Gesetzesbegutachtung

Zum Bereich der Grundlagenarbeit der Leitstelle gehört die Mitwirkung an Forschungsarbeiten und an der Vorbereitung von Gesetzes- und Verordnungsentwürfen, wie etwa im Bereich der Nebenräume, die oft "Stiefkinder" im Wohnbau sind, und für die die Leitstelle daher an konkreten Planungsempfehlungen arbeitet. Darüberhinaus ist die Leitstelle auch mit der Federführung eines Projektes zur geschlechtssensiblen Gestaltung von Kinder- und Jugendspielplätzen, Sport- und Parkanlagen in den Wiener Bezirken im Rahmen des Strategieplans für Wien betraut. Langfristiges Ziel ist es, in jedem Wiener Bezirk zumindest eine öffentliche Anlage
in einer gut nutzbaren Größenordnung unter dem Aspekt einer geschlechtssensiblen Planung zu errichten bzw. zu erneuern.

Leitstelle zwischen Theorie und Praxis

Die Leitstelle sehe ihren Tätigkeitsbereich an der
Schnittstelle von Planung und Umsetzung, Theorie und Praxis angesiedelt, informierte DI. Kail. Erste positive Entwicklungen seien bereits spürbar, wie etwa im Zuge von Bauträgerwettbewerben deutlich werde: "Zunehmend werden nicht nur qualitativ hochwertige Grundrisslösungen geboten, sondern auch z.B. Waschsalons im Erdgeschoß direkt neben Kinderspielräumen oder mit Blick zum Kleinkinderspielplatz errichtet und zu Blumentreffs ausgeweitete Gangbereiche gestaltet," meinte Kail abschließend. (Schluss) mk

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

e-mail: kau@gif.magwien.gv.at

PID-Rathauskorrespondenz: www.wien.gv.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Michaela Kauer
Tel.: 4000/81 840

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK/NRK