Bevölkerung blieb von Ozonbelastungen weitgehend verschont

Die Witterung in NÖ war heuer deutlich kälter als 1998

St.Pölten (NLK) - Die Bevölkerung Niederösterreichs blieb heuer von Ozonbelastungen weitgehend verschont. Die Ozon-Vorwarnstufe mußte nicht ausgerufen werden. Diese Bilanz zog heute Dr. Werner Hann, der Leiter der Meßnetz-Zentrale des Landes Niederösterreich in Baden. In dieser Zentrale werden alle Daten der 29 Überwachungsstationen in Niederösterreich vollautomatisch von der EDV-Anlage übernommen und ausgewertet.

Mit 30. September, dem gesetzlichen Ende der Ozonsaison, steht
aber auch fest, daß diese Entwicklung vor allem auf die eher kühle Witterung zurückzuführen ist. Während die Monate April, Mai und Juli im Mittel etwa so warm wie im Vorjahr ausfielen, waren der Juni und vor allem der August des heurigen Sommers deutlich kälter als 1998. 1999 wurde etwa an der Luftgütemeßstelle St.Pölten ein Augustmittel von 18,3 Grad Celsius gegenüber 20,2 Grad Celsius im gleichen Monat des Jahres 1998 beobachtet. Auch war der August 1999 wie überhaupt ein Großteil des Sommerhalbjahres feucht und niederschlagsreich. Daher wurde der Grenzwert der Vorwarnstufe von 0,200 Milligramm Ozon/Kubikmeter Luft als Dreistundenmittelwert nur selten und dann nur geringfügig überschritten. Die Überschreitung am 30. Mai in Klosterneuburg mit 0,218 Milligramm Ozon/Kubikmeter Luft und eine weitere am 20. Juli in Gänserndorf mit 0,214 Milligramm Ozon/Kubikmeter Luft blieben "Ausreißerepisoden": An diesem Tag lag keine zweite Meßstelle des Überwachungsgebietes 1 - Wien, Niederösterreich, das nördliche und das mittlere Burgenland - über dem Grenzwert der Vorwarnstufe, sodaß der Alarm unterblieb.

Aber nicht nur die Spitzenwerte der Ozonbelastung waren heuer niedriger als im Vorjahr, sondern auch die Mittel der meisten Meßstellen lagen unter den Vorjahrswerten. Der Mittelwert des Sommerhalbjahres der eher zu höheren Belastungen neigenden Meßstelle Stixneusiedl betrug zum Beispiel im Vorjahr 0,084 Milligramm Ozon/Kubikmeter Luft, heuer hingegen 0,075 Milligramm. Im nordöstlichen Umland von Wien lagen die Ozonmittelwerte interessanterweise allerdings etwas höher als im Vorjahr, wie in Klosterneuburg, das heuer 0,074 Milligramm meldete. Im Vorjahr lagen der Mittelwert dieser Station bei 0,069 Milligramm.

Zudem waren in den Sommermonaten Juli und August etwa an der sehr frei gelegenen Meßstelle in Gänserndorf rund dreimal so häufig Winde aus nördlichen Richtungen anzutreffen wie im Vorjahr. Aus diesen Richtungen gelangen oft Luftmassen aus dem hohen Norden mit eher geringerer Ozonbelastung nach Mitteleuropa.

Das Fazit: 1999 gab es keine guten Bedingungen für die Bildung von Ozon. Ein Zustand, der sich aber schon nächstes Jahr grundlegend ändern kann. Nach wie vor muß Wert darauf gelegt werden, daß Vorläufersubstanzen wie Stickstoffoxide oder Kohlenwasserstoffe gesenkt werden. Und da ist als Hauptquelle nach wie vor der Kfz-Verkehr anzusprechen.

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