Baugewerbe leidet unter Pleitewelle

Bundesinnungsmeister Lahofer: "Ein leichterer Zugang zum

Gewerbe senkt niemals die Insolvenzrate" =

PWK - Als höchst besorgniserregend bezeichnet der Bundesinnungsmeister der Baugewerbe, Johannes Lahofer, die ansteigende Insolvenzrate im Bauhaupt- und Baunebengewerbe. Täglich gehen drei Baubetriebe Pleite, davon entfällt die Hälfte allein auf die Bundeshauptstadt Wien. ****

Die Eigenkapitaldecke der Betriebe ist mit 8 Prozent extrem niedrig, die Baupreise sinken und die Auftragslage der kleinen und mittleren Betriebe ist schlecht. Immer noch kommt fast ausschließlich der billigste statt der beste Anbieter zum Zug. Hohe Lohnnebenkosten, Konzentrationsprozesse in der Bauwirtschaft und die Übernahme von riskanten Aufträgen unter wirtschaftlichem Druck beschleunigen die Insolvenzspirale.

"Bei diesen Rahmenbedingungen ist es absurd, dass es bereits als anrüchig gilt und sofort illegale Praktiken vermutet werden, wenn ein Bauvorhaben einmal Profit einbringt", so Lahofer.

Nicht anschließen kann sich der Bundesinnungsmeister auch der Ansicht des Kreditschutzverbandes von 1870, dass eine Erleichterung beim Gewerbezugang die Insolvenzen senken würde. Der Umstand, dass trotz Zunahme der Insolvenzen die Zahl der Baubetriebe jährlich steigt, legt vielmehr den gegenteiligen Schluss nahe. Viele "Neueinsteiger" drängen mit Dumpingpreisen auf den Markt, bringen damit auch seriös kalkulierende Betriebe in Bedrängnis und schlittern geradewegs in die Pleite. Jedes dritte neugegründete Bauunternehmen tritt bereits im ersten Jahr seines Bestandes den Gang zum Insolvenzrichter an.

Lahofer kann daher der momentanen politischen Euphorie nach einer exzessiven Liberalisierung beim Gewerbezugang nichts abgewinnen, wohl aber sind für ihn Beschleunigungen im Bereich des Anlagenrechtes und Verwaltungsvereinfachungen in organisatorischen Bereichen der Gewerbeanmeldungen wichtig. Schon nach geltendem Recht kann in Österreich jedermann, auch ohne besondere Qualifikationen, ein Bauunternehmen gründen, wenn er einen befähigten Geschäftsführer anstellt.

Nach den Empfehlungen des Institutes für Gewerbeforschung sollte im Baugewerbe eine Eigenkaptitalquote von mindestens 20% angestrebt werden. Die Verbesserung der Finanzierungssituation kann durch Umschuldung von kurz- auf langfristige Kredite, Veräußerung von nicht betriebsnotwendigem Anlagevermögen, Beteiligungsfonds- und Gesellschaften, Privateinlagen, Vermeidung von Privatentnahmen und Schaffung von Anreizen zur Mobilisierung von Risikokapital für die Bauwirtschaft erfolgen. Zudem legt die Innung künftig noch größeres Augenmerk auf die Förderung von Betriebsberatungs- und Qualitätssicherungsmaßnahmen, verstärkte Informations- und Schulungsangebote in den Bereichen Kalkulation, Marketing, Facility Management, Contracting, Abwicklung von privaten Betreibermodellen (PPP) und Benchmarking.

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