Unseriöse Gewinnspiele - Konsumentinnen sind ab sofort geschützt!

Prammer: Gesetzliche Regelung tritt mit 1. Oktober 1999 in Kraft

Wien (OTS) - "Sie haben gewonnen!" Mit solchen Botschaften
wurden in den letzten Jahren zunehmend mehr österreichische Haushalte beglückt, obwohl sie an keinem Preisausschreiben teilgenommen haben. In überschwenglichen Worten werden die KonsumentInnen in persönlich gehaltenen Zuschriften von ihrem Glück in Form eines Bargeld- oder Sachpreises verständigt. Tatsächlich erweist sich der scheinbar bereits sichere Gewinn als falsches Versprechen. Dieser Vorgangsweise wird ab sofort ein Riegel vorgeschoben. Das Konsumentenschutzgesetz wurde dahingehend geändert, daß KonsumentInnen die versprochenen Gewinne ab 1. Oktober 1999 gerichtlich einfordern können. "Eine wichtige Maßnahme zum Schutz der Menschen vor unseriösen Geschäftspraktiken einzelner Firmen", betont Konsumentenschutzministerin Barbara Prammer.

Unseriöse Gewinnspiele werden vornehmlich von einzelnen Versandhandelsunternehmen veranstaltet. Sie haben ausschließlich den Zweck, die KonsumentInnen zur Bestellung der angebotenen Waren zu verleiten, die ohne diese Gewinnversprechen wegen der überhöhten Preise kaum beachtet würden. Aufgrund der bestehenden Rechtslage war es bislang trotz vielfacher Bemühungen nicht möglich, wirksam gegen solche kundenfeindlichen Geschäftspraktiken vorzugehen.

Mit der ab 1. Oktober 1999 geltenden Regelung werden die KonsumentInnen vor aggressiven und unseriösen Werbemethoden geschützt. "Es ist uns gelungen, eine gesetzliche Regelung und damit eine wirksame Handhabe gegen unseriöse Gewinnspiele durchzusetzen", betont Prammer. Wird in persönlichen Gewinnverständigungen der (falsche) Eindruck erweckt, der
Konsument habe einen bestimmten Preis gewonnen, kann dieser Preis auch gerichtlich eingeklagt werden. Der Richter wird somit in Zukunft die Möglichkeit haben, unseriöse Veranstalter von Gewinnspielen zur Einhaltung ihrer Versprechen zu verurteilen.

"Ich bin überzeugt, daß damit diesen unseriösen Geschäftspraktiken ein Ende gesetzt wird. Zur effektiven Durchsetzung dieser neuen Regelung wird der VKI im Bedarfsfall beauftragt, im Interesse der KonsumentInnen Musterprozesse zu führen", so
Prammer abschließend.

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