Pumberger: Skandalöse Einsparungsmethoden bei Arzneimittel!

Patienten bezahlen für Sparwut der Krankenkasse mit ihrer Gesundheit!

Wien, 1999-09-29 (fpd) - Als einen unglaublicher Skandal, bezeichnete heute der freiheitliche Gesundheitssprecher Abg. Dr. Alois Pumberger den Versuch, die tariflichen Neuregelungen zwischen der Oö Gebietskrankenkasse und der Ärztekammer für OÖ salonfähig zu machen. ****

Für Oberösterreich existiere ein bereits an alle Vertragsärzte ausgesandtes Verhandlungsergebnis zwischen der Ärztekammer und der Gebietskrankenkasse, wonach der Oö Vertragsärzteschaft 2/3 jener Einsparungssumme zustehe, die sich durch die Reduktion der Medikamentenausgabe im Jahr 1999 gegenüber den Ausgaben im Jahr 1998 ergeben solle. Im Klartext heiße dies nichts anderes, so Pumberger, daß die Ärzte durch Nicht-Verordnungen oder Mangel-Verordnungen von Medikamenten gewinnbeteiligt seien. Er, Pumberger, halte so etwas für ein "ganz schäbiges Geschäft" in das man die Ärzte zu drängen versuche und zugleich für die Bankrotterklärung der Pflichtversicherung, die ihrem Versorgungsauftrag offensichtlich nicht mehr nachkommen könne und dafür "Diskontbehandlungen" auf dem Rücken der Patienten forciere.

"Die Entscheidung für ein teures oder billigeres Medikament kann doch nicht so gesehen werden wie der Kauf eines Waschmittels", empört sich Pumberger, der selbst praktizierender Arzt ist. Die Auswahl des geeigneten und für die Krankheit des Patienten besten Medikamentes darf keinesfalls mit Einkommensanreizen verknüpft werden.

Die Gewinnbeteiligung für die gewünschten Diskontbeteiligungen sei seiner, Pumbergers, Ansicht nach auch in keinster Weise mit der ärztlichen Ethik zu vertreten.

Bevor die Einsparungen im Gesundheitswesen "noch skurriler und auch noch gefährlicher für die Gesundheit" würden, solle der Hauptverband der Sozialversicherungsträger Neuverhandlungen mit den Pharma-Multis aufnehmen, denn die Arzneimittelpreise in Österreich seien im EU-Vergleich viel zu hoch.
Pumberger appellierte an die Vertragspartner, die für die "Diskontbehandlung mit Gewinnbeteiligung" zuständig seien, dies umgehend zurückzunehmen. Wenn nicht, werde er, Pumberger, auf politischer Ebene massiven Druck ausüben, um diese für die Patienten gefährliche Vereinbarung zu Fall zu bringen. (Schluß)

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