Klares Bekenntnis zur Meisterprüfung beim "Trio des Jahres"

Fähigkeiten der Unternehmer sollen auch in Zukunft durch ein Prüfung bestätigt werden

PWK - Ein klares Bekenntnis zur Meisterprüfung legten am Dienstag Abend fast alle Gastredner bei der Preisverleihung zum "Unternehmer-Trio des Jahres" in Gewerbe, Handwerk und Dienstleistung ab. ****

Ohne Meisterprüfung sind die Überlebenschancen von Unternehmen wesentlich geringer, sagte Edith Corrieri, Obmann-Stellvertreterin der Bundessektion Gewerbe und Handwerk. Die Vorbereitung zur Meisterprüfung garantiere eine fundierte Ausbildung. "Wer ein Auto lenken will, muss eine Prüfung bestehen. Warum sollen dann Unternehmer ohne Prüfung auf die Menschheit losgelassen werden". Nur Meister seien in der Lage, ihre Fähigkeiten und Kenntnisse optimal an die Lehrlinge weiterzugeben.

WKÖ-Präsident Leo Maderthaner wies darauf hin, dass österreichische Unternehmen weltweit bekannt für ihre hohe Qualität und Verlässlichkeit sind. Diesen Vertrauensvorschuss gelte es zu bewahren. "Wenn wir verlässliche, gut ausgebildete Mitarbeiter und eine ausgezeichnete Qualität haben wollen, dann müssen die Fähigkeiten der Unternehmer durch die Meisterprüfung bestätigt werden. Nur damit können wir auch in Zukunft auf den Weltmärkten mitmischen".

Staatssekretär Wolfgang Ruttenstorfer sprach sich dafür aus, die Innovationskraft der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) weiter zu stärken. Der Zugang von KMU zu Forschungs- und Gründerzentren müsse verbessert werden. Ruttenstorfer gab zu, dass es der Regierung bisher nicht gelungen ist, die Lohnnebenkosten zu senken. Die Tragweite des Problems sei jedoch erkannt worden. Weiters kündigte er einen Vertrag über Leistungsstandards für Behörden an. Darin soll geregelt werden, wie und bis wann die Behörden ihre Leistungen erbringen müssen. Bürokratische Hürden werden abgebaut und die Verwaltung beschleunigt. Der Zugang zur Selbständigkeit soll grundsätzlich leichter werden. Zumindest dürfen Österreicher gegenüber EU-Bürgern nicht benachteiligt werden.

Wirtschaftsminister Hannes Farnleitner wies darauf hin, dass kleine und mittlere Unternehmen nicht mehr auf den Inlandsmarkt angewiesen sind, sondern ihre Potentiale weltweit ausschöpfen können. "Es gibt keinen kleinen Markt mehr für Gewerbeunternehmen. Wer nicht innoviert, vegetiert oder krepiert", so der Wirtschaftsminister. Der Wettbewerb unter Befähigten führe dazu, besser zu werden als die Konkurrenz. "Wenn selbst in Amerika überlegt wird, die Ausbildung von Lehrlingen einzuführen, dann siegt unser System bereits weltweit. Dann gibt es keinen Grund, es national zu zerstören".

"Lasst die Finger von der Meisterprüfung" warnte auch wenige Stunden zuvor Karl-Heinz Scherhag, Präsident der Handwerkskammer Koblenz, bei einem Meisterkongress im Haus der Wirtschaft. In Deutschland wurde die Handwerksordnung gründlich renoviert, ganz im Sinne der Verbraucher und der Qualität der Ausbildung, wie Scherhag betonte. CDU, CSU und SPD haben das Gesetz 1998 gemeinsam beschlossen. Für 94 Vollhandwerke ist nun die Meisterprüfung oder ein anderer Befähigungsnachweis zwingend vorgeschrieben. "Ohne diese klare Stellung der Meister wäre die Zahl der Lehrlinge massiv zurückgegangen" sagte Scherhag.
(Schluß) MH

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