Wien und 2000: Der Stand der Dinge

Wien, (OTS) Das Y2K-Problem ist eines der wichtigen Themen, über die die Stadt Wien im Internet, in wien.online
www.wien.gv.at, berichtet. Seit kurzem gibt es in wien.online
einen neuen, ausführlichen Bericht über den Stand der Vorbereitungen der Stadt Wien in Zusammenhang mit dem Jahr-2000-Problem. Die Magistratsdirektion/Baudirektion hat als
Projektleitung die entsprechenden Informationen zusammengestellt.

Seit Frühjahr 1998 werden bereits alle in Frage kommenden technischen Systeme, Anlagensteuerungen und Geräte, EDV, Medizintechnik und sonstige Einrichtungen des Krankenanstaltenverbundes, Stromversorgung, Aufzüge, Telefonanlagen, Faxgeräte, Sicherheitssysteme usw. überprüft, um die Versorgungssicherheit der Stadt Wien zu gewährleisten. Dazu kamen und kommen Informationsmaßnahmen wie regelmäßige rk-Aussendungen, die im Juli mit dem Zahlschein für die Grundbesitzabgabe erfolgte Information von HausbesitzerInnen bzw. Hausverwaltungen mit Hinweisen auf mögliche Y2K-Probleme, geplante Berichte in "Unser Wien" und Inserate. BürgerInnen, die Näheres über eventuelle 2000-Jahr-Probleme im Haushaltsbereich erfahren wollen, steht die Stadtinformation unter der Telefonnummer 525 50 für Informationen zur Verfügung. Die Stadtinformations-MitarbeiterInnen können wegen der zahlreichen, verschiedenen und von vielen Herstellern stammenden chipgesteuerten Produkte im Haushalt, vom Mikrowellengerät bis zur Alarmanlage, oft nur allgemeine Tipps und Hinweise geben - zumeist den, den Hersteller
zu kontaktieren. Sie haben aber dennoch bereits zahlreiche Unternehmen kontaktiert, um Auskünfte zu erhalten und weitergeben zu können - z.B. die großen Lebensmittelketten, Telekom-Unternehmen, große Computerfirmen, führende Autohersteller und große Elektrogeräte-Hersteller und deren Kundendienste.****

Die Stadt Wien versichert sich übrigens außerdem bei ihren Lieferanten und Geschäftspartnern, dass auch deren Logistik und Erzeugnisse 2000-fähig sind. In Kooperation mit der Wiener Wirtschaftskammer wird versucht, auch bei Klein- und
Mittelbetrieben das notwendige Problembewusstsein zu schaffen.

Eine endgültige Garantie für einen hundertprozentig störungsfreien Betrieb kann aber trotz aller Vorbereitungen nicht gegeben werden. Der Grund: Die beteiligten Systeme sind dafür viel zu komplex.

Im EDV-Bereich wie auch in vielen technischen Bereichen der Stadt werden jedenfalls Bereitschaftsdienste zum Jahreswechsel verstärkt.

Aktueller Stand in wichtigen Bereichen der städtischen Infrastruktur

o Feuerwehr: Für die Entgegennahme der Notrufe und die Alarmierung

der Feuerwachen sind mehrere Systeme vorhanden. Die Leitungen zu den Wachen führen über feuerwehreigene Kabel. Die Alarmierungs-und Einsatzleiteinrichtungen wurden überprüft und wo erforderlich adaptiert.
o Rettung: Alle Anlagen für die Sprachkommunikation, insbesondere

die für die Entgegennahmen der Notrufe sind Y2K-tauglich.
Beim Einsatzleitsystem und der Datenfunkzentrale sind noch Adaptierungen erforderlich, die zeitgerecht erfolgen.
o Wasserversorgung: Die Stadt Wien wird zu 98 Prozent über

Leitungen mit natürlichem Gefälle mit Wasser versorgt. Nur
2 Prozent der Bevölkerung in den höher gelegenen Teilen Wiens erhalten Wasser über Behälter, das vorher hochgepumpt werden muss. In diesen Behältern sind Reserven für ca. 8 Stunden vorhanden. Als Notfallsmaßnahme wurde in Zusammenarbeit mit der MA 48 ein Einsatzplan ausgearbeitet, der im Bedarfsfall, wie bei jedem anderen Wassergebrechen auch, die Versorgung mit Tankfahrzeugen sicherstellt.
Sollte jemand im Haus eine Drucksteigerungsanlage eingebaut
haben, muss er/sie sich auch um diese Anlage kümmern.
o Kanalisation: Die Hauptkläranlage befindet sich am tiefsten

Punkt Wiens, sodass das Abwasser grundsätzlich im freien Gefälle dorthin fließt. In einigen Pumpwerken sind Geräte, die zur Steuerung der Anlagen dienen, auszutauschen. Auch in der Hauptkläranlage selbst sind noch Y2K-Maßnahmen erforderlich. Alle durchzuführenden Arbeiten sind im Wartungsvertrag enthalten und werden bis Ende Oktober durchgeführt.
o Öffentliche Beleuchtung und Uhren: Die öffentliche Beleuchtung

ist nicht Jahr-2000-abhängig. Im Lastverteiler von Wienstrom
wird mittels eines Lichtsensors die Notwendigkeit des
Einschaltens der öffentlichen Beleuchtung angezeigt. Die Schaltung der öffentlichen Beleuchtung und der Anstrahlungen erfolgt in Abhängigkeit von der Versorgungssituation händisch bei Stromausfall über Batterien und Notstromaggregate. Zur Sicherheit der Notstromversorgung wird im Herbst 1999 ein Übungseinsatz mit den Notstromaggregaten durchgeführt, verbunden mit einer Nachschulung des Bedienungspersonals.
Die öffentlichen Uhren werden über den DCF77-Zeitzeichensender in Mainflingen bei Frankfurt mittels Langwellensignalen
gesteuert. Die Jahr-2000-Funktionalität der Uhrenempfänger ist, da sie keine Datumsfunktion besitzen, sichergestellt.
o Verkehr: Die in Wien eingesetzten Ampelsteuerungen sind

grundsätzlich Jahr-2000-fähig. Im Zuge der halbjährlichen Wartung werden die Anlagen nochmals überprüft und die Software auf den Letztstand gebracht.
Die Anlage der zentralen Verkehrsregelung besteht aus drei Steuerrechnern und einem übergeordneten Bedienrechner. Die drei Steuerrechner können softwaremäßig umgestellt werden, der zentrale Bedienrechner muss, auch aus Altersgründen, erneuert werden. Nach erfolgreichem Probebetrieb bzw. Parallelbetrieb mit der bestehenden Anlage wird der gesamte Melde- und Befehlsdatenverkehr auf den neuen Bedienrechner umgeschaltet.
Zum Jahreswechsel 1999/2000 werden in der Verkehrsleitzentrale zusätzlich Techniker anwesend sein, um im Bedarfsfall eine
rasche und effiziente Störungsbehebung zu gewährleisten.
Die Komponenten zur Steuerung der Anlagen in den Tunnelbereichen der Wiener Autobahnen verfügen entweder nicht über Datums- und Zeitfunktionen oder sind Jahr-2000-fähig. Lediglich die zentrale Rechneranlage zur Protokollierung muss softwaremäßig adaptiert werden.
Alle Anlagen des Parkleitsystems sind Jahr-2000-fähig.
o Hochwasserschutz: Die Anlagen des Hochwasserschutzes in Wien

verfügen über Notstromaggregate. Sie können im Hochwasserfall auch durch (ohnehin anwesendes) Personal händisch betrieben werden.
Die Wasserhaltungen, welche entlang der Donau und bei einigen Deponien betrieben werden, sind teilweise mit Notstromaggregaten ausgerüstet und können im Falle eine Störung ebenfalls händisch geregelt werden.
o Haustechnik: Die haustechnischen Anlagen in Amtshäusern,

Schulen, Kindertagesheimen und anderen Gebäuden der Stadt Wien wurden überprüft. Dazu zählen unter anderem Aufzüge, Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen, Uhrenanlagen, Brandmelde- und Warnanlagen. Zum Teil erfolgte die Überprüfung auch durch Anfragen bei Liefer- und Herstellerfirmen.
Lediglich eine Gebäudeautomatisationsanlage musste Jahr-2000-fähig gemacht werden. Eine Type einer Heizungsregelung könnte noch vom Problem betroffen sein. Hier sind bereits Ersatzmaßnahmen geplant und vorgesehen.
In den großen Amtshäusern sind Begehungen und Überprüfungen unmittelbar nach dem Jahreswechsel geplant. Andere Anlagen, insbesondere in Schulen und Kindertagesheimen werden von Heizungsverantwortlichen vor Beginn des regulären Betriebes geprüft werden. Diese Anlagen können auch händisch betrieben werden.
o Telekommunikation: Das Update der Software der Telefonanlagen im

Bereich des Rathauses und ihrer Nebenanlagen wird planmäßig Mitte Oktober 1999 abgeschlossen.
EDV: Im EDV-Bereich bereitet sich die Stadt Wien schon seit
Beginn der '90er Jahre auf mögliche Probleme durch den "Millennium-Bug" vor: Alle Applikationen, in denen Wartungs- und Ergänzungsarbeiten anfallen, wurden bereits im Zuge dieser Aufgaben auf ihre Funktionsfähigkeit nach dem Jahreswechsel 1999/2000 überprüft; wenn es notwendig war, wurden auch gleich die erforderlichen Renovierungsaufgaben vorgenommen. Seit 1996 sind die Y2K-Arbeiten ein eigenständiges Projekt mit hoher Priorität und werden von der MA 14 bzw. vom Wiener Krankenanstaltenverbund betreut. Sie umfassen die gesamte, von
den EDV-Abteilungen installierte Software und Hardware, PC's und Computernetze.
Die nicht Jahr-2000-fähigen nachrichtentechnischen Komponenten des Magistratsnetzwerkes wurden ausgetauscht oder wenn möglich, ein SW-Update durchgeführt.
Ältere PC's wurden zum Teil ausgetauscht, bei einigen Typen kann durch eine Einmalmaßnahme (z.B. am 1.1.2000 das Systemdatum neu eingeben) die Funktionalität aufrecht erhalten werden.
o Gesundheitswesen: Der Krankenanstaltenverbund hat für die

städtischen Spitäler und Pflegeheime besonderen Wert auf das Überprüfen aller Systeme der medizinischen Versorgung gelegt, so dass nach menschlichem Ermessen bei den lebenserhaltenden bzw. für das vitale Funktionieren eines Spitals nötigen Systemen nichts passieren kann.
o Wiener Stadtwerke AG bzw. Strom, Gas, Fernwärme: Auch die Wiener

Stadtwerke haben in ihren Bereichen entsprechende Y2K-Maßnahmen getroffen, um die Stromversorgung ebenso sicherzustellen wie die Fernwärmelieferung bzw. die Gasversorgung und den Betrieb der Wiener Linien.
Wienstrom hat z.B. im September einen vorgezogenen Jahreswechsel simuliert und dabei demonstriert, dass die Systeme Jahr-2000-tauglich sind. Es kann davon ausgegangen werden, dass auch am 31.12.1999 der Datumswechsel ohne Stromausfälle bewältigt werden kann. Allerdings bleibt immer ein Restrisiko, auch aufgrund der internationalen Vernetzung. Zu Silvester wird aber
keine Höchstlast erwartet, da Betriebe und vor allem
industrielle Großverbraucher zu dieser Zeit nur geringen Bedarf haben. Deshalb kann Wienstrom zu diesem Zeitpunkt sogar 90
Prozent des Strombedarfes in seinem Versorgungsgebiet in eigenen Kraftwerken erzeugen, falls dies nötig werden sollte.
400 zusätzliche Wienstrom-MitarbeiterInnen werden in der Silvesternacht Dienst machen, um im Notfall die Stromversorgung wieder aufbauen zu können. (Schluss) hrs

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