Jede Woche rund 15 tote Senioren durch Stürze

Wien (OTS) - Initiative "Sicher gehen über 60" der Stadt Wien und des Institutes "Sicher Leben" des Kuratorium für Schutz und Sicherheit kämpft seit drei Jahren gegen den Sturz als Seniorenunfall Nr. 1

Im Vorjahr starben in Österreich 797 Menschen über 60 Jahren bei Stürzen, davon allein 250 in Wien. Der überwiegende Teil tödlicher Stürze passiert in den eigenen vier Wänden. Meist sind daran Wohnungseinrichtungen schuld, die nicht den Erfordernissen der zweiten Lebenshälfte entsprechen. Dazu zählen etwa Stiegen ohne beidseitiges Geländer, Teppiche auf rutschigen Parkettböden, schlechte Beleuchtung oder Badewannen ohne Haltegriffe. Gerade diese Unfälle wären aber durch einfache Sicherheitseinrichtungen und Verhaltensregeln vermeidbar.

Um Wiener Senioren zu motivieren, sich selbst vor der Unfallgefahr Nummer 1 im Haushalt, dem Sturz, zu schützen, hat die Stadt Wien (MA 15/Dezernat III "Wien - Gesunde Stadt") zusammen mit dem Institut "Sicher Leben" des Kuratorium für Schutz und Sicherheit vor drei Jahren die Initiative "Sicher gehen über 60" ins Leben gerufen. Ein Bericht dokumentiert nun die Arbeit der Initiative.

Unterrichtsmaterialien und Medienwettbewerb "Sicherheitsspürnasen bei Oma und Co"

Die Unterrichtsmaterialien liefern Volksschullehrer- und -lehrerinnen Anregungen für die eigene Gestaltung ihrer Unterrichtsstunden, um die Schüler anzuregen, gemeinsam mit den Großeltern Unfallgefahren im Haushalt aufzudecken und zu beseitigen.

Für den Wettbewerb gestalten Wiener Volksschulkinder Medienbeiträge, etwa für Fernsehen oder Zeitungen etc., in denen sie zeigen, wie sie die Lebens- und Wohnbereiche ihrer Großeltern unfallsicher gestalten würden.

Fachreferenten

Die Initiative "Sicher gehen über 60" verfügt über sechs Fachreferenten, darunter auch einen Senior, die speziell zum Thema Seniorensicherheit geschult wurden.

Medienkoffer

Der Medienkoffer enthält ein Vortragsmanuskript, zahlreiche Overheadfolien bzw. A3-große Farbkopien, das Sicherheitsvideo "Vorsicht, Banane!", verschiedene Muster von Sicherheitsprodukten, Bezugsquellenlisten und Informationsbroschüren. Der Koffer kann kostenlos entliehen werden.

Broschüre "Sicherheit zu Hause"

"Sicherheit zu Hause" zeigt, wie man Gefahrenstellen in der Wohnung mit einfachen Mitteln entschärft. Zusätzlich informiert die Broschüre über Bewegung und Ernährung, lebenslanges Lernen, professionelle Helfer und praktische Hilfsmittel, sowie Serviceadressen und -telefonnummern. "Sicherheit zu Hause" wird bei Messen und Informationsveranstaltungen eingesetzt, von Pflege-und Sozialdiensten in der Heimhilfeausbildung verwendet und von einigen Spitälern den Senioren und Seniorinnen bei der Entlassung mitgegeben.

Bezugsquellenliste für Sicherheitsprodukte und Hilfsmittel

Die ständig aktualisierte Liste soll die Anschaffung von Hilfsmitteln und Sicherheitsprodukten für ältere Menschen erleichtern. Die Liste, die bei der Servicestelle kostenlos bestellt werden kann, informiert unter anderem über Hersteller, Bezugsquellen und Kosten.

Thann: "Wir stehen erst am Anfang"

"1998 starben in Österreich 797 Menschen über 60 durch Stürze. Im Vergleich dazu verunglückten im Straßenverkehr 247 Senioren tödlich. Während die Unfallzahlen im Verkehr bereits zur Allgemeinbildung der meisten Politiker und Journalisten gehören, ist die Unfallbedrohung durch Stürze noch weithin unbekannt. Wir können stolz sein, was "Sicher gehen über 60" in den letzten drei Jahren geleistet hat. Damit zufriedengeben dürfen wir uns aber nicht, denn wir stehen erst am Anfang", sagt Dr. Othmar Thann, Hauptgeschäftsführer des Kuratorium für Schutz und Sicherheit.

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Initiative "Sicher gehen über 60",
Frau Sylvia Zotl,
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Tel.: 01-715 66 44 DW 394,
e-mail: sylvia.zotl@sicherleben.at

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