Brauner: 4. Frauenhaus für Wien ab 2001

Wien, (OTS) "Ein viertes Wiener Frauenhaus könnte bereits
2001 den Betrieb aufnehmen," sagte Frauenstadträtin Mag. Renate Brauner im Rahmen einer Pressekonferenz des Vereins der Wiener Frauenhäuser. Die Expertinnen des Vereins der Wiener Frauenhäuser hätten in den vergangen zwei Jahren die Auswirkungen des Gewaltschutzgesetzes genau beobachtet und nunmehr die Ergebnisse ihrer Erfahrungen vorgelegt. "Es zeigt sich, dass es trotz des Wegweiserechts immer noch Frauen gibt, bei denen die Bedrohung
durch einen gewalttätigen Partner so massiv ist, dass sie in den Schutz eines Frauenhauses flüchten müssen," erläuterte Brauner. "Mit einem vierten Wiener Frauenhäuser könnten wir rund 150 bis 160 für Frauen und Kinder Plätze sicherstellen."

Die Expertinnen des Vereins der Wiener Frauenhäuser informierten weiters über den Bedarf nach einer quantitativen und qualitativen Verbesserung des Angebots. Eines der Wiener Frauenhäuser genüge den Anforderungen nicht mehr. Um Frauen einen nicht nur geschützten und sicheren, sondern auch den Anforderungen an Betreuung und Therapie genügenden Raum zur Verfügung stellen zu können, gäbe es im Fall dieses Frauenhauses den drängenden Wunsch nach einer Übersiedlung in ein neues Objekt. Der Verein der Wiener Frauenhäuser sei daher derzeit dabei, konkrete Pläne für die Ausweitung mit entsprechenden Fachdienststellen der Gemeinde Wien
zu erörtern. "Ich bin optimistisch, dass wir die für die Ausweitung erforderlichen Beschlüsse bald fassen werden," ergänzte Brauner.

In Wien mussten im vergangenen Jahr 620 Personen (Frauen und Kinder) in eines der drei Wiener Frauenhäuser flüchten. Die Frauenhäuser nahmen darüber hinaus über 2000 Notrufe entgegen und führten knapp 180 ambulante Beratungen durch. Das Budget der
Wiener Frauenhäuser beträgt heuer 36,5 Millionen Schilling und wird zur Gänze von der Stadt Wien finanziert. "Wir bekennen uns
mit dieser finanziellen Absicherung dazu, dass die Frauenhäuser einen - leider - notwendigen Bestandteil des sozialen Netzwerks in Wien darstellen," so Brauner.

Brauner-Kritik an Aus für Kinderbetreuung in Bundesländer-Frauenhäusern

In diesem Zusammenhang unterstrichen die Frauenstadträtin und die Expertinnen des Vereins die Wichtigkeit der Kinderbetreuung in Frauenhäusern. "Die Kinder sind ebenso wie ihre Mütter von der Gewalterfahrung traumatisiert, ihre professionelle Betreuung ist eine Voraussetzung dafür, dass keine Gewaltspirale entsteht," so eine Sozialarbeiterin des Vereins der Wiener Frauenhäuser. Brauner kritisierte in diesem Zusammenhang die Streichung der Budgetmittel des Familienministeriums für die Kinderbetreuung in Frauenhäusern der anderen Bundesländer, "die Arbeit mit Kindern, insbesondere
mit von Gewalt betroffenen, ist eine familienpolitische Aufgabe, nicht eine ausschließlich frauenpolitische," so Brauner abschließend. (Schluss) mk

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