FIRLINGER: INTERNETKOSTEN AM LAND BIS ZU SECHS MAL TEURER ALS IN WIEN !!

Enorme Diskrepanz zwischen Stadt und Land - Rasche Ausdehnung des ADSL-Pilotversuches sowie der Glasfaserverkabelung gefordert

Wien, 1999-09-27 (fpd) - "Die laufenden Betriebskosten für das Internet sind in den ländlichen Regionen weit überhöht", stellte heute der freiheitliche Verkehrs- und Telekommunikationssprecher Reinhard Firlinger fest. Es gäbe enorme Kostenunterschiede zwischen Land und Stadt, die in erster Linie darauf zurückzuführen seien, daß außerhalb der Ballungszentren keine Pauschaltarife angeboten würden. Darüber hinaus gehe der Ausbau der Glasfaserverbindungen zu langsam vor sich, für Firlinger das Resultat einer halbherzigen Infrastruktur- und Regionalpolitik. ****

"In Wien wird das Kabel-TV-Netz für das Internet intensiv genutzt, Privatpersonen und Firmen können dort bereits um 492 S pro Monat das Internet rund um die Uhr benutzen, ohne daß auch nur ein einziger Schilling an zeitabhängigen Gebühren bezahlt werden muß. In den ländlichen Gebieten ist ein derart kostengünstiges Service nicht möglich, da es nur eine kleine Anzahl lokaler Kabel-TV Firmen gibt", bemängelt Firlinger. Ein Freiberufler oder Gewerbetreibender, der das Internet täglich vier Stunden während der regulären Geschäftszeit nutzt, kommt abseits der Ballungszentren auf Jahreskosten von 34,500 Schilling (Providerkosten eingeschlossen) in Wien, Graz oder Linz hingegen nur auf 5,900 Schilling !

Abhilfe schaffen kann ein großflächiger Einsatz der ADSL-Technologie (Asymmetric Digital Subscriber Line), welche auch mit bestehenden Kupferdrahtleitungen einen enorm hohen Datendurchsatz ermöglicht. Ein solcher Breitbanddienst wird per Software in die bestehende Sprachtelephonie integriert, sodaß für die reine Datenübertragung kaum Zusatzkosten anfallen - die Grundgebühr deckt den ADSL-Betrieb. Ein zur Zeit im Waldviertel laufender Versuch steht jedoch nur 63 Teilnehmern in den Städten Gmünd und Zwettl zur Verfügung.

"Ich sehe nicht ein, daß benachteiligte Regionen hinsichtlich Telekommunikation noch weiter ins Abseits gestellt werden und fordere daher, den ADSL-Versuch auch auf andere Gemeinden auszudehnen. 600 bis 800 Anschlüsse in einem ersten Schritt umzurüsten kostet nicht die Welt und ist dem Projekt sicher sehr dienlich" .Sollten die Festnetzbetreiber finanzielle Einwendungen dagegen erheben, so müßten eben weitere Mittel aus dem LEADER-Programm der EU und aus dem Titel "gemeinwirtschaftliche Leistungen des Bundes" bereitgestellt werden, forderte Firlinger.

Kritik äußert der freiheitliche Verkehrssprecher an ÖVP-Mandatar Günter Stummvoll. Dieser lasse in seinen Wahlreden keine Gelegenheit aus, die hohe Internetdichte im Waldviertel als dessen persönliches Verdienst zu verkaufen. Die höhere Verbreitung des Internet im Waldviertel habe mit Stummvoll gar nichts zu tun, sondern entspräche einem Grundbedürfnis der Bevölkerung, zumindest einen virtuellen Anschluß an die moderne Technologie- und Dienstleistungsgesellschaft zu erhalten.
"Was nützt eine hohe Internetdichte, wenn sich der Benutzer den Betrieb kaum leisten kann? Statt falsche Behauptungen in den Raum zu stellen, hätte sich Stummvoll besser um eine generelle Verbilligung des Internet bemühen sollen, schloß Firlinger. (Schluß)

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