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VEBA und VIAG einigen sich auf Fusion

Die VEBA AG, Düsseldorf, und die VIAG AG, München, haben sich auf eine Fusion beider Unternehmen geeinigt. Dadurch entsteht ein klar strukturierter Konzern, der sich auf die Kerngeschäfte Energie und Spezialchemie fokussiert. In beiden Bereichen besetzt das neue Unternehmen durch die Fusion mit einem Schlag Spitzenpositionen. Im Strombereich ist der Konzern die Nr. 1 in Deutschland und die Nr. 3 in Europa. Bei der Spezialchemie ist das Unternehmen weltweit die Nr. 1. Die Aufsichtsräte beider Unternehmen haben der Fusion bereits zugestimmt.

Das neue Unternehmen wird durch eine Verschmelzung von VIAG auf VEBA entstehen. Das Wertverhältnis wird bei etwa 67 Prozent für VEBA und 33 Prozent für VIAG liegen, das heißt VIAG-Aktionäre erhalten eine VEBA-Aktie für etwa 2,8 VIAG-Aktien.

Zur Unterstützung der Fusion hat sich VEBA mit der Bayerischen Staatsregierung darauf geeinigt, 10 Prozent der VIAG-Aktien vom Freistaat zu erwerben. Der Kaufpreis beträgt 1,592 Mrd EURO; hinzu kommt ein an der Kursentwicklung der VIAG-Aktie orientierter Besserungspreis von max. 104 Mio EURO. Diese Aktien gehen bei der Verschmelzung unter; wirtschaftlich ist der Erwerb des Aktienpaketes daher als ein vorgezogener Aktienrückkauf zu sehen. Damit verbessert sich auch das Ergebnis pro Aktie.

Die verschmolzene Gesellschaft erhält einen neuen Namen, der in den nächsten Monaten entwickelt wird. Sitz und Standort des neuen Unternehmens ist Düsseldorf.

PreussenElektra (VEBA) und Bayernwerk (VIAG) werden zu einer neuen Energiegesellschaft zusammengeführt. Sitz und Standort dieser Gesellschaft wird München sein. Beide Unternehmen gehörten schon vor der Fusion zu den kostengünstigsten Stromerzeugern. Diesen Wettbewerbsvorteil bauen sie jetzt noch einmal deutlich aus.

Die zweite starke Säule des Konzerns bildet die Spezialchemie. Auch hier ergänzen sich die Unternehmen exzellent. Durch die Fusion entsteht die größte Spezialchemiegruppe mit zahlreichen weltmarktführenden Positionen und einer deutlich erweiterten Plattform für Forschung und Entwicklung. Standorte der Chemieunternehmen bleiben vorerst Frankfurt (Degussa-Hüls) und Trostberg (SKW Trostberg). Die in beiden Unternehmen derzeit laufenden Integrationsprozesse sollen zunächst vollständig abgeschlossen werden. Mittelfristig ist eine engere Zusammenführung im Rahmen eines Gesamtkonzeptes für den neuen Chemiebereich vorgesehen.

Mit der Fokussierung auf Energie und Spezialchemie entsteht eine klare und transparente Unternehmensstruktur. Beide Kernbereiche werden stark expandieren. Die Geschäftsfelder Telekommunikation (VIAG Interkom) und Immobilienmanagement (Viterra) sollen wertsteigernd weiterentwickelt werden. VIAG Interkom ist der drittstärkste Telekommunikations- Vollanbieter in Deutschland, Viterra das größte deutsche Immobilienunternehmen. Alle übrigen Geschäfte werden wertoptimiert zum geeigneten Zeitpunkt verkauft. Die damit gewonnenen Finanzierungsspielräume sollen für die Expansion der Kerngeschäfte genutzt werden. Die VEBA-Beteiligung am erfolgreichen Mobilfunkbetreiber E-Plus wird zu gegebener Zeit veräußert.

Die Fusion führt zu Synergieeffekten von mindestens 800 Mio EURO jährlich, die bis zum Jahr 2002 in voller Höhe realisiert werden. Sie ergeben sich zu rund zwei Drittel aus niedrigeren Sachkosten und zu etwa einem Drittel aus geringeren Personalkosten. Mit ins gesamt 700 Mio EURO besteht das größte Sparpotential im Energiebereich. Synergiepotentiale von 100 Mio EURO entfallen auf die Chemie und die Konzernobergesellschaften. Die Synergien von 800 Mio EURO werden zusätzlich zu den in beiden Konzernen bereits beschlossenen Kostensenkungsprogrammen (Umfang etwa 1,3 Mrd EURO) gehoben.

An der Spitze des neuen Unternehmens werden Ulrich Hartmann und Wilhelm Simson stehen. Weitere Mitglieder des Vorstands werden Hans Michael Gaul, Manfred Krüper von VEBA und Erhard Schipporeit von VIAG sein. Die Anteilseignerseite des Aufsichtsrats wird mit sieben von VEBA und drei von VIAG benannten Vertretern besetzt sein. VEBA stellt den Aufsichtsratsvorsitzenden.

VEBA und VIAG rechnen mit der Genehmigung der geplanten Fusion durch die zuständigen Kartellbehörden. Die Aktionäre beider Unternehmen sollen Anfang Februar 2000 auf außerordentlichen Hauptversammlungen um ihre Zustimmung zur Fusion gebeten werden. Die Verschmelzung der Obergesellschaften soll bis zum Sommer vollzogen werden. VEBA und VIAG streben eine zügige Durchführung der Integrationsprozesse an.

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