FORMAT: Wiener CW-Bank fuhr 5,3 Milliarden Verluste ein

Die Strafanzeige gegen fünf Ex-Manager im Wortlaut

Wien (OTS) - Die Wiener Central- Wechsel- und Creditbank AG (CW-Bank), eine Tochter der ungarischen Nationalbank, hat in den vergangenen Jahren Verluste in der Höhe von 5,3 Milliarden Schilling eingefahren. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe.

FORMAT zitiert aus einer Strafanzeige, die die angesehene Wiener Wirtschaftsanwaltskanzlei Weiss-Tessbach vor zwei Wochen im Auftrag der CW-Bank gegen fünf hochrangige Ex-Manager der Bank bei der Staatsanwaltschaft Wien eingebracht hat. Darin heißt es: "Von 1992 bis heute hat unsere Hauptaktionärin, die National Bank of Hungary, insgesamt 5,35 Milliarden Schilling an Zuschüssen gewährt. Ohne diese zusätzlichen Finanzmittel hätten wir ab 1992 Verluste bilanziert. … Überdies wären wir ohne diese Zuschüsse zahlungsunfähig gewesen."

Laut FORMAT hat sich die Bank sowohl vor als auch nach der 1990 zu Ende gegangenen KP-Ära auf die Finanzierung abenteuerlicher Kreditgeschäfte eingelassen. In der Anzeige heißt es: "Zum 31. Dezember 1997 hatten wir Forderungen aus Krediten in Höhe von 8,636 Milliarden Schilling. Von diesen Forderungen sind zumindest vier Milliarden (!) uneinbringlich."

Ungarns Notenbankchef György Suranyi, der die Wiener Banktochter nach gescheiterten Verkaufsverhandlungen nun liquidieren läßt, macht laut FORMAT gegenüber der ermittelnden Staatsanwältin Elisabeth Rebholz fünf Ex-Manager der Bank für diese Entwicklung verantwortlich: Ex-Generaldirektor Frank Fürst, die beiden Ex-Vorstände Andreas Pinter und Imre Makai sowie die Ex-Prokuristen Kurt S. und Hubert S.

Wie FORMAT weiter berichtet, beklagt die CW-Bank allein aus Krediten an das in der Nähe von München beheimatete Unternehmen Videoton Waltham, über das begehrte westliche Embargoware gegen Rohöl aus Rußland geliefert wurde, Verluste von rund 800 Millionen Schilling. Weitere 500 Millionen dürften Ausleihungen an die skandalumwitterte österreichische Container-Leasing-Gruppe Contrin gekostet haben.

Laut FORMAT haben Prüfer der Oesterreichischen Nationalbank im Auftrag der ministeriellen Bankenaufsicht bereits im September 1995 gravierende Mängel bei der CW-Bank entdeckt.

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