Neuer Albertina-Chef Schröder schlägt in FORMAT Alarm: Finanzmisere. Muß er bald Dürers "Betende Hände" verkaufen?

Wien (OTS) - Anläßlich der Restitution von sechs der bedeutendsten Schiele-Blätter im Wert von rund 100 Millionen Schilling an die Erben des 1985 verstorbenen Kunstsammlers Erich Lederer, schlägt Klaus Albrecht Schröder, neuer Direktor der Wiener Albertina, via FORMAT Alarm: "Daß die Republik Österreich kein Geld dafür flüssig macht, diese Kunstschätze, die ja die Identität unseres Landes mitprägten, von den Erben zu einem fairen Preis zurückzukaufen, um sie hierbehalten zu können, empfinde ich als Skandal."

Zur generellen Finanzmisere der weltberühmten Wiener Graphiksammlung sagt Schröder "Unser Haus ist in einer ganz schwierigen finanziellen Lage. Es fehlt sehr viel Geld." So verfüge die Wiener Albertina bloß über rund drei bis vier Millionen Schilling für Kunstankäufe. Schröder: "Wir bräuchten aber wenigstens elf Millionen." Und für die dringend notwendige Sanierung der reichlich verlotterten Prunk- und Büroräume wären "mindestens 100 Millionen Schilling" nötig.

Schockierendste Pointe der Albertina-Misere: Als sich Schröder kürzlich mit seiner Büdgetnot ans Finanzministerium wandte, wurde ihm die Auskunft zuteil: Er möge sich doch überlegen, zur Albertina-Renovierung einige Dürers, vorzugsweise die auf 500 Millionen Schilling geschätzten "Betenden Hände" zu verkaufen. Als nächstes sind - so warnt der Museumsdirektor - die Rudolf von Alt-Bestände der Albertina an der Reihe. Auch hier sollen schon bald Restitutionen an die rechtmäßigen Erben erfolgen. Und wieder werde keine Geld das sei, sie zurückzukaufen.

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