Kammerpräsident Nettig für ÖVP-Duldung einer SPÖ-Minderheitsregierung

Führender Vertreter des VP-Wirtschaftsflügels gegen die Schüssel-Linie, bei einem schlechte Wahlergebnis in die Opposition zu gehen

Wien (OTS) - Der erste ÖVP-Grande schert aus der allgemeinen Wahlkampflinie der ÖVP aus. Walter Nettig, Präsident der Wiener Wirtschaftskammer und persönlicher Freund von Bürgermeister Michael Häupl, ist dagegen, daß die ÖVP in Opposition geht - selbst, wenn sie aus der Wahlauseinandersetzung am 3. Oktober nur als drittstärkste Partei hervorgeht. Nettig in einem Interview mit dem am Montag erscheinenden Nachrichtenmagazin Format:: "Die ÖVP war früher als Oppositionspartei nicht sehr erfolgreich. Uns liegt eher das Gestalten und Mitverantworten". Damit relativiert Nettig die Drohung von ÖVP-Obmann Vizekanzler Wolfgang Schüssel, die Volkspartei werde in Opposition gehen, wenn sie Dritte werde. Nettig glaubt zwar "nicht an Erdrutschverluste", sondern daran, daß die ÖVP knapp den zweiten Platz erringen kann. Dennoch sorgt er auch für den Fall vor, daß seine Partei nicht mehr Regierungsverantwortung übernimmt. Nettig:
"Natürlich kann ich mir eine stille Duldung einer SPÖ-Minderheitsregierung vorstellen. Das ist eine demokratische Lösung."

Egal, welche Regierung zum Zug komme: Sie werde ein Forderungspaket der Wirtschaft für die nächsten fünf bis zehn Jahre bekommen, das er, Nettig, bereits in der Schublade habe: "Wer das umsetzt, hat unsere Unterstützung - egal, wer am Ballhausplatz sitzt." Ein Alleingang des ÖVP-Wirtschaftsflügels ist für Nettig aber nicht denkbar: "Das muß mit der Partei akkordiert werden. Da gibt es keine Extrawürste."

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