VATech: Jetzt auch Metallurgiebereich in Schwierigkeiten

Wien (OTS) - Der neue VA-Tech Chef Erich Becker wird viel zu tun bekommen: Auch der bisher profitable Industrieanlagenbau soll nach Aussagen von Konzerninsidern mit großen Verlustprojekten kämpfen.

Im Frühjahr wurde das Risikopotential für die Errichtung des saudi-arabischen Stahlwerkes Hadeed konzernintern mit über 800 Millionen Schilling beziffert. Für das laufende Geschäftsjahr wird mit einer Halbierung der Metallurige-Gewinne auf unter 600 Mio. Schilling zu rechnen sein. Dies berichtet die Oktober-Ausgabe des "Österreichischen Industriemagazins".

Schon der Abgang des bisherigen VA-Tech Chefs Othmar Pühringer war von bitterem Beigeschmack begleitet: Anfang September mußte er einen erwarteten Verlust für 1999 in der Höhe von 620 Millionen Schilling bekanntgeben.

Pühringers Nachfolger Erich Becker drohen nach einem Bericht der Oktober-Ausgabe des "Österreichischen Industriemagazins" weitere Hiobsbotschaften: Die bisherige Cash Cow des Konzerns, der Industrieanlagenbau, hat möglicherweise erstmals ernsthafte Ergebnis-Schwierigkeiten. Ein Insider aus dem Konzern: "Zwischen dem budgetierten Jahresüberschuß von mindestens einer Milliarde Schilling und den prognostizierten Verlusten klafft ein Loch von 1,6 Milliarden Schilling. Eine Milliarde rinnt in den Kraftwerksbereich, fehlen noch 600 Millionen Miese. Die kommen allesamt aus Rückstellungen im Metallurgiebereich."

Grund für die schaurige Bilanz seien Liquidätsschwierigkeiten der Auftraggeber des neuen integrierten Stahlwerkes Hadeed (Auftragswert 8,2 Milliarden Schilling) in Saudi-Arabien. Hadeed, das Teil des zu 70 Prozent in Regierungseigentum stehenden Industriekonzerns Saudi Basic Industries ist, steckt in Zahlungsschwierigkeiten. Ein 16,3 Milliarden-Schilling-Kredit eines europäischen Bankenkonsortiums, an dem auch österreichische Institute mit 280 Millionen Dollar beteiligt sind, konnte bereits nicht mehr bedient werden. Gleiche Schwierigkeiten gebe es mit den Rechnungen der VA Tech. Die Linzer lieferten Ende Dezember des vergangen Jahres, abgerechnet wurde bisher noch nicht.

Metallurgie-Vorstand Horst Wiesinger wollte sich zu einzelnen Projekten und Kunden nicht äußern, dementierte aber jegliche Schwierigkeiten.

Mit den Ergebniseinbrüchen der VA Tech Industrieanlagenbau wird die Gesundung der Bilanz nach Schwiergkeiten im Rohrleitungsbau mit der VA MCE-Akquisition Lentjes (1 Milliarde Schilling Verlust) und im Thermischen Kraftwerksbereich der Austrian Energy (1 Milliarde Abgang) im kommenden Geschäftsjahr unwahrscheinlich werden, so die konzerninterne Berechnung.

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