Haberzettl: Eisenbahn ist keine Übungswiese für Experimente

Wir lassen uns die ÖBB nicht "filetieren"

Wien (ÖGB-GdE) Auch am Abschlusstag des 16. Gewerkschaftstages der Gewerkschaft der Eisenbahner (GdE) zeigten die Eisenbahner Stärke und Geschlossenheit und setzten klare Signale nach außen: "Unsere Eisenbahn ist weder ein Übungsbetrieb für Managernachwuchs, noch eine Spielwiese für Experimente", stellte der neugewählte Vorsitzende der GdE, Wilhelm Haberzettl, fest.++++

In seiner heutigen Antrittsrede vor dem 16. Gewerkschaftstag betonte der neugewählte Vorsitzende der GdE, Wilhelm Haberzettl, dass es unrealistisch wäre, zu glauben, dass es in Zukunft keine Veränderungen im Unternehmen geben werde. Als moderne Gewerkschaft und Personalvertretung sollten wir lernen mit Veränderungen umzugehen und dort, wo es sinnvoll erscheint, solche auch selbst in die Wege zu leiten.

Eines allerdings, so Haberzettl weiter, sei den Bahn-Managern ins Stammbuch geschrieben: "Unsere Eisenbahn ist weder ein Übungsbetrieb für Managernachwuchs, noch eine Spielwiese für Experimente! Wir werden uns zu wehren wissen, wenn es darum geht, unser Unternehmen bzw. unsere EisenbahnerInnen vor Schaden zu bewahren."

Erhaltung der ÖBB als Gesamtunternehmen

Haberzettl betonte, dass die Eisenbahnergewerkschaft für ein gesamtheitliches Unternehmen eintritt. "Wir werden nicht tatenlos zusehen, wenn man versuchen sollte, das Unternehmen aufzuteilen oder "Filetstücke" herauszutrennen", so der neue GdE-Vorsitzende. "Wir lehnen daher Manager ab, die nur in Vertragsperioden denken, die sich nur selbst den Anteil am Erfolg gönnen und die ihre gesamten Kapazitäten in sinnlosen Grabenkämpfen, Organisationsspielen und Personaleinsparungskonzepten vergeuden.

Gefragt seien Manager mit Herz und Verstand. Die GdE fordert daher Führungskräfte, die alle Kräfte auf den Markt fokussieren und mit neuen, innovativen Ideen die Bahn - sowohl im Personen-, als auch im Güterverkehr - einfach unentbehrlich machen; Führungskräfte, die sich mit anderen europäischen Bahnmanagern die Köpfe zerbrechen, wie sie gemeinsam mehr Reisende und mehr Güter auf die Schiene bringen und Führungskräfte, die in der Lage sind, die MitarbeiterInnen zu motivieren und auch bereit sind, einen Anteil am Erfolg an die EisenbahnerInnen abzugeben.

"Wir EisenbahnerInnen kennen unsere Fähigkeiten und sind zum Wettbewerb bereit. Wir sind auch bereit, weitere Veränderungen mitzutragen. Dies ist allerdings nur mit verlässlichen Verhandlungspartnern auf der Unternehmensseite möglich. Manager, deren vorrangiges Ziel es ist, ausschließlich auf Kosten des Personals Bilanzerfolge zu erzielen, sind dafür nicht geeignet", schloss Haberzettl. (ew)

ÖGB, 23. September 1999 Nr. 439

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