Antike Bauwerke erforschen, ohne zu graben

Niederösterreich beteiligt sich an einem Georadar-Projekt

St.Pölten (NLK) - Seit Mai 1998 ist zweifelsfrei bekannt, wo das Forum der römischen Stadt Carnuntum lag und wie es ausgesehen hat. Diese Erkenntnis verdankt man dem Georadar, einer neuen Methode der Meßtechnik. Man macht sich dabei die Reflektion von Schallwellen zunutze, die sich an bestimmten Strukturen verschieden brechen und mittels Computer optisch umsetzbar sind. Durch viele Messungen von verschiedenen Standorten aus ergibt sich ein genaues dreidimensionales Bild eines untersuchten Bauwerkes, ohne daß dazu Grabungen notwendig gewesen wären. Dieses von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik durchgeführte Pilotprojekt wurde vom Wissenschaftsministerium finanziert.

Die Methode wird jetzt verfeinert, und das Land Niederösterreich beteiligt sich an einem weiterführenden Projekt. Das neu entdeckte Forum von Carnuntum soll ebenso wie die Umgebung des Heidentores wie auch der sogenannte Spaziergarten (das antike Stadtviertel südlich des Schlosses Petronell) mit Georadar erfaßt werden. Dazu wird die Methode weiterentwickelt: Der Meßvorgang wird automatisiert sowie technisch und logistisch verbessert. Es wird ein dreidimensionaler Datenblock erstellt, aus dem in beliebiger Koordinatenrichtung Schnittflächendarstellungen erstellt werden können.

Die Hoffnungen, die an die neue Methode geknüpft werden, sind weitreichend. Man kann jetzt wesentlich rascher und kostengünstiger archäologische Kenntnisse gewinnen, wie man sie beispielsweise bei der Errichtung des Archäologischen Parks Carnuntum braucht. Aber auch für andere archäologische Hoffnungsgebiete könnte diese Methode mit Erfolg angewandt werden.

Die Kosten des Projektes (erste Stufe) betragen 2,268.000 Schilling, das Land beteiligt sich daran mit der Hälfte. In zwei Jahren sollen die Messungen abgeschlossen sein.

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