Drei-Minuten-Medizin im Krankenhaus?

Dr. Gaul fordert raschere Umsetzung der KA-AZG in den Krankenanstalten

Wien (ÖGB). Von Seiten der Patienten, aber auch von Seiten der Ärzte wird noch immer Klage geführt über die mangelnde Zeit, die zur Verfügung steht, um die Kranken entsprechend zu beraten und auf ihre Fragen einzugehen. "Eine der Hauptforderungen, um diese Situation zu verbessern, muss sein, das Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz (KA-AZG) endlich bundesweit umzusetzen", stellte der Vorsitzende der ARGE Ärzte im ÖGB, Dr. Georg Gaul, fest. Damit müsste es auch zu einer Verbesserung der Ausbildung der Turnusärzte kommen, die von dieser Gruppe immer vehementer beklagt wird.++++

50 Prozent der österreichischen Krankenhäuser haben das seit 1. Jänner 1997 bestehende KA-AZG noch immer nicht umgesetzt. "Der Grund dafür ist vor allem die mangelnde Bereitschaft der Spitalserhalter, das Gesetz umzusetzen", kritisiert der Vorsitzende der ARGE Ärzte im ÖGB. Andererseits liegt es sicher auch in den Strukturen kleinerer Krankenhäuser, die entsprechend kleine Versorgungseinheiten haben, bei denen eine personelle Aufstockung auf Grund des Arbeitsanfalls fragwürdig erscheint.

Wenn die durch die zu geringe personelle Besetzung in diesen Versorgungseinheiten Probleme gibt, "Medizin des Jahres 2000" anzubieten, gehören diese Versorgungseinheiten zumindest diskutiert. Eine Konzentration der Ausgaben für eine zukunftsorientierte Medizin bringt vermutlich Einsparungen, würde aber bedeuten, dass der Föderalismus Haare lassen muss. Der bestehende Versorgungsengpass bei pflegebedürftigen und alten Menschen würde ein Sperren von Krankenhäusern auf alle Fälle ausschließen.

Dr. Gaul abschließend: "Die im Spital behandelten Patienten haben ein Anrecht auf mehr Zuwendung und eine zukunftsorientierte Medizin. Dies ist aber nur dann möglich, wenn die bestehenden Gesetze endlich bundesweit eingehalten werden und mit den vorhandenen Mitteln besser umgegangen wird."

ÖGB, 23. September 1999 Nr. 437

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