Weitra wird zu einem "Ort der Begegnung" mit der Zeitgeschichte

Grundsteinlegung für "politische Erlebniswelt"

Weitra (OTS) - Am 24. September findet im Schloß Weitra in Niederösterreich die Grundsteinlegung für die Errichtung einer "politischen Erlebniswelt" statt, die sich mit einem zentralen Kapitel der Geschichte des 20. Jahrhunderts beschäftigt: Demokratie und Eiserner Vorhang.

Die Veranstaltung beginnt um 10 Uhr. Im Mittelpunkt steht zunächst die Eröffnungsansprache von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll.

Im Anschluß daran folgt eine Diskussion zum Thema

"Die Ideologie hinter dem Eisernen Vorhang
Der Kommunismus: Verbrechen, Irrweg, Utopie".

Die prominent besetzte Diskussionsrunde:

Vizekanzler und Außenminister a.D. Dr. Alois Mock

Pjeter Arbnori, der erste Präsident des demokratisch gewählten Parlaments in Albanien, verbrachte 26 Jahre in kommunistischer Haft

Magda Vasaryova, Präsidentin der slowakischen Gesellschaft für Außenpolitik, erste Botschafterin der demokratischen Tschechoslowakei in Österreich

Jaroslav Zverina, Abgeordneter der Republik Tschechien, Vorsitzender des Parlamentsausschusses für europäische Integration

Denes Hunkar, erster Botschafter des demokratischen Ungarn in Österreich, 1950 wurde gegen ihn in einem politischen Prozeß die Todesstrafe beantragt

Dr. Kristof Matysek, Pastoraltheologe, Leiter das Schulamtes der Diözese Oppeln (Polen)

Hermann Kroll-Schlüter, vormals Mitglied des deutschen Bundestages sowie Staatssekretär in Sachsen, Sonderbeauftragter für die Entwicklung der Beziehungen zu den neuen Demokratien Europas

Dr. Hans Benedikter, Abgeordneter zum römischen Parlament, Autor der Studie "Eurokommunismus"

Der Eiserne Vorhang bestimmte über 40 Jahre
Die Geschichte Europas und auch die Österreichs

Der Eiserne Vorhang trennte mehr als 40 Jahre Europa in zwei Lager. Er war 5000 Kilometer lang, 900 Kilometer verliefen allein entlang der österreichischen Grenze. Der Eiserne Vorhang war Sinnbild des dritten globalen Krieges in diesem Jahrhundert, des Kalten Krieges.

Die "politische Erlebniswelt" soll nicht nur an dieses dramatische Kapitel der jüngeren europäischen Geschichte erinnern, sondern sich auch mit der Ideologie, die dahinter stand, auseinandersetzen.

Und das ist der aktuelle geschichtliche Hintergrund:

Vor zehn Jahren, 1989, wurde im Zuge des Zusammenbruchs des kommunistischen Ostblocks zunächst in Klingenbach (27. Juni 1989) an der ungarischen und denn in Laa/Thaya an der tschechoslowakischen Grenze (17. Dezember 1989) der Eiserne Vorhang durchtrennt.

Bereits kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs hatte die UdSSR begonnen, seine Satellitenstaaten vom Westen hermetisch abzuriegeln. 1951 wurde an der österreichisch-tschechischen Grenze mit dem Bau der Grenzsperren aus Stacheldrahtverhau und Minengürtel begonnen, nachdem die Regierung in Prag am 28. April 1951 den entsprechenden Baubeschluß gefaßt hatte.

Ungarn und die DDR folgten in kurzen Abschnitten.

Zeitgeschichte In Form eines "Newseum"

Auf Initiative von Vizekanzler und Außenminister a.D. Dr. Alois Mock und dem niederösterreichischen Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll wurde nun der "Verein zur Dokumentation der Zeitgeschichte" gegründet. Seine Aufgabe ist die Schaffung dieser "politischen Erlebnisweit", eines Dokumentations- und Veranstaltungszentrums im Interesse der politischen Bildung und Information.

Die "politische Erlebniswelt" ist ein sehr vielgestaltiges Projekt, das in seinem gesamten Umfang im Frühjahr 2001 seiner Bestimmung übergeben werden soll. Neben einem demokratiepolitischen Lehrpfad, einem Multimedia-Raum, der in Form eines "Newseum" die zentralen Ereignisse präsentiert, Schauobjekten, die die Zeit von 1945 bis 1990 dokumentieren, einer Galerie, die einen Überblick über das künstlerische Schaffen dies und jenseits des Eisernen Vorhangs gibt, wird besonderer Wert auf die interaktive Beschäftigung mit der Zeitgeschichte gelegt.

Einst lag Weitra an der wichtigen Handelsstraße, die von Wien über Horn und Zwettl nach Budweis führte. Dann lag Weitra in der sogenannten toten Grenzregion. Zum Jahreswechsel 2000 wird der alte, nahe Grenzübergang bei Phyrabruck wieder eröffnet. Ein Symbol für die neue Verbundenheit in Europa.

Weitra, in unmittelbarer Nähe der einstigen europäischen Demarkationslinie gelegen, soll nun zu einem Ort der Begegnung mit der jüngeren Geschichte werden. Im Interesse der Bürger und der politischen Bildung der heranwachsenden Generation.

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Rückfragen & Kontakt:

Verein zur Dokumentation der Zeitgeschichte
3970 Weitra, Rathausplatz 1
Tel.: 0664-132 1 132

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