Wollen die Freiheitlichen, daß die Bauern die sozialen Folgen des Strukturwandels sich selbst zahlen?

Wien (OTS) - In der gestrigen Fernsehdiskussion zwischen
Vizekanzler Dr. Schüssel (ÖVP) und DI Prinzhorn (FPÖ) warf DI Prinzhorn dem Spitzenvertreter der ÖVP vor, daß die Sozialversicherungsanstalt der Bauern ein besonders schlechtes Verhältnis von Beiträgen zu Leistungen habe.

Dazu stellt SVB-Obmann Donabauer fest, daß dieses ungünstige Verhältnis Folge eines Strukturwandels ist, wie er in der gesamten westlichen Welt seit Jahrzehnten zu beobachten ist. Wenn sich junge Menschen entschließen, nicht die landwirtschaftlichen Betriebe ihrer Eltern fortzuführen, sondern die Flächen an andere Bauern verpachtet werden, haben zwar die Eltern ihre drei bis vier Kinder mit den finanziellen Mittel ihrer Landwirtschaft aufgezogen, ihren Kindern eine außerlandwirtschaftliche Berufsausbildung ermöglicht und die ausgebildeten Arbeitskräfte der Wirtschaft zur Verfügung gestellt, die Eltern selbst bleiben als Pensionisten auf ihren Höfen und ihren Bauernpensionen steht eine kleinerwerdende Zahl von aktiven Bauern gegenüber. Dieser seit Jahrzehnten bestehende Strukturwandel hat sich seit dem EU-Beitritt stabilisiert.

Anstelle diese gesamtwirtschaftliche Leistung der Bauern anzuerkennen, wird ihnen offenbar vorgeworfen, daß sie sich zu Mehrkinderfamilien und guter Berufsausbildung ihrer Kinder bekennen. Wer den Strukturwandel in der Landwirtschaft bejaht, muß sich auch zu den finanziellen Folgen des Strukturwandels im Sozialbereich bekennen, betont Donabauer. Eine ähnliche Situation besteht auch in anderen Berufsgruppen, wie etwa bei den Beschäftigten in den Bergbaubetrieben.

Es kann doch nicht allen Ernstes behauptet werden, daß die verbleibenden Bergknappen oder Bauern sich die sozialen Folgen eines Strukturwandels, der anderen Branchen zugute gekommen ist, selbst finanzieren, schloß SVB-Obmann Donabauer.

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