Clement: Konsolidierungsbedarf der Staatsfinanzen transparent machen

Wien (OTS) - Der Wirtschaftswissenschafter Prof. Werner Clement
(WU Wien) verwies beim Oberösterreichischen Wirtschaftskongress in Linz zunächst auf die zum Teil außerordentlich positiven Fakten:
Österreich habe nach dem Zweiten Weltkrieg ein spezifisches "Wirtschaftswunder" erlebt und die Zahlen seien bis in die Gegenwart durchwegs erfreulich. Bis Anfang der 70er-Jahre sei die Wirtschaft in Österreich mit einer jährlichen Rate von 4,7 Prozent gewachsen, derzeit habe man mit 3,3 Prozent ein "annehmbares" Wirtschaftswachstum und mit 4,4 Prozent die drittniedrigste Arbeitslosenrate in der EU. Als bedenklich bezeichnete Clement allerdings, daß in vielen Bereichen der Konsolidierungsbedarf der Staatsfinanzen "nicht wirklich transparent gemacht wird", insbesondere in den Bereichen Gesundheit und Pensionssystem.

Eine Schwachstelle ortet Prof. Clement in der Tatsache, daß Österreich bei den selbständig Erwerbstätigen im OECD-Vergleich den drittletzten Rang einnimmt. Ihr Anteil an der gesamten erwerbstätigen Bevölkerung sei zwischen 1970 und 1994 von 12,7 auf 6,6 Prozent gefallen. Clement äußerte auch Zweifel, ob die zahlreichen Programme zur Unternehmensgründung auf Bundes- und Länderebene genügend effizient wären: "Wie wäre es demgegenüber mit einer konsequenten Steuerbefreiung für die ersten drei Jahre eines neugegründeten Unternehmens? Wer nach einem solchen Anreiz noch nicht allein schwimmen kann, sollte untergehen", so Clement.

Die Chancen, nicht unterzugehen, sind allerdings auch für kleine Unternehmen sehr groß, wenn sie jene Strategien befolgen, die erfolgreiche mittelständische Weltmarktführer auszeichnen, die es auch in Österreich gibt. Der Unternehmensberater und Erfolgsautor Prof. Hermann Simon ("The Hidden Champions") erläuterte die Merkmale dieser "Nischenkaiser": Sie beschränken sich auf enge Segmente in Produktion, Beratung und Service und konzentrieren sich auf ihre Kernkompetenzen. In diesen Bereichen aber streben sie die Marktführerschaft an und verteidigen die einmal errungene Position vehement. In wichtigen Zielmärkten sind sie mit eigenen Niederlassungen präsent und pflegen den direkten Kontakt zu den Abnehmern, insbesondere zu den Top-Kunden, um deren Wünsche frühzeitig und auch auf informellen Wegen ergründen zu können. Kennzeichnend für diese erfolgreichen Unternehmen sind auch ein hoher Innovationsgrad sowie eine harte Auslese bei der Auswahl der Mitarbeiter, die dann aber sehr lange im Betrieb bleiben und hoch motiviert sind, betonte Simon.

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