Ederer: Entwicklung in die Wissensgesellschaft sozial steuern

Wien, (OTS) "Österreich hat eine mittlerweile jahrzehntelange Tradition in aktiver Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik, die
sich letztlich auch in - im internationalen Vergleich - relativ günstigen Arbeitsmarktdaten niederschlägt", betonte Finanz- und Wirtschaftsstadträtin Mag. Brigitte Ederer anlässlich des WAFF-Symposiums ‘Neue Möglichkeiten auf dem Weg in die Arbeitswelt’, "Die Politik nimmt also ihre arbeitsmarktpolitische Verantwortung durchaus ernst und wahr und wird letztlich auch an diesem Anspruch gemessen."

Das setzt allerdings voraus, dass Fragen der Beschäftigung nicht einzelnen Regierungsstellen oder Organisationen zugeordnet werden, hier stehen viele Akteure am Feld - von der EU über die nationalen Regierungen bis hin zu den Regionen und Kommunen, von
den Sozialpartnern, also den Arbeitsmarktparteien, bis hin zu den Trägern der öffentlichen Meinung, hier ist ein Gesamtkonzept gefragt. Dieser Linie folgend ist auch der Nationale Aktionsplan für Beschäftigung ausgerichtet worden. Hier wurden nicht bloß Programme der aktiven Arbeitsmarktpolitik gestartet, sondern auch strukturpolitische Weichenstellungen vorgenommen. "Damit dieser
NAP Sinn macht, bedarf er auch regionaler Ansätze und Entsprechungen. Und so hat Wien als erstes Bundesland einen ‘Territorialen Beschäftigungspakt’ vorgelegt, der zielgerichtet auf die Wiener Arbeitsmarktlage spezifische Arbeitsmarkt- und Strukturprogramme vorsieht", betonte Ederer. Wesentliche
Zielsetzung dieses mehrjährigen Programmes ist es, den Anteil der Langzeitarbeitslosen entscheidend zu verringern und für zusätzliche Beschäftigungsimpulse zu sorgen. Mittlerweile stellen sich die Erfolge ein - eine Trendwende am Arbeitsmarkt zeichnet
sich ab. Kernelement dieses "Territorialen Beschäftigungspaktes" ist es unter anderem, die Qualifikation von Arbeitslosen anzuheben und sie somit für den Arbeitsmarkt fit zu machen.****

Berufliche Mobilität sei ohne moderne Qualifikationen nicht denkbar. Daher bedarf es insbesondere im Bildungsbereich neuer, innovativer Ansätze, um zum einen den gesellschaftlichen und technologischen Entwicklungen entsprechen zu können und den jungen Menschen, wie auch Älteren, die bereits im Arbeitsprozess stehen, neue Bildungsoptionen zu eröffnen. "Der Weg in die Wissensgesellschaft liegt vor uns und er ist mit Marksteinen besetzt, die Bildung und Weiterbildung zu einem integrierten Bestandteil jedes Lebenslaufes machen", so die Finanz- und Wirtschaftsstadträtin, "Ich hege allerdings meine Zweifel, ob
unser institutionelles Bildungssystem dieser Dynamik zurzeit schon entspricht". In den letzten Jahren etwa gab es immer wieder
Probleme im Bereich des Berufsbildungssektors, weil etliche Unternehmen aus äußerst kurzfristigen Überlegungen den Ausbildungskonsens, der bis dahin unausgesprochen bestanden hatte, still und heimlich verließen. Es ist daher der besonders erfreuliche Aufhänger des heutigen Symposiums, dass hier Qualifizierungsinitiativen und -aktivitäten einzelner Unternehmen präsentiert werden, die Kreativität, Innovationsorientierung und wohl auch unternehmerische Risikobereitschaft signalisieren. Der Weltkonzern British Petrol, die Firma Produktiva - ein Tochterunternehmen der Wiener Städtischen Versicherungs AG - und die Firma Maschinenbau und Antriebstechnik Louis Jörg GmbH geben hier mit ihren neuen Formen der Berufsqualifizierung Beispiele an Eigeninitiative.

Es sei aber auch kein Zufall, dass der Wiener ArbeitnehmerInnenförderungsfonds (WAFF) dieses Symposium veranstaltet. Zentrale Aufgabe des WAFF ist es doch, dafür zu sorgen, dass Arbeitskräfte mit optimaler Qualifikation am Arbeitsmarkt integriert werden können. Die Stadt Wien hat sich daher ganz bewusst dazu entschlossen, ein derart einzigartiges arbeitsmarktpolitisches Instrumentarium zu schaffen und zu finanzieren. Schließlich und endlich bedeuten qualifizierte Arbeitnehmer einen klaren Wettbewerbsvorteil für den Wirtschaftsstandort Wien. Die arbeitsmarktpolitische, die Qualifikations- und Personalrekrutierungskompetenz des WAFF hat
sich für Wien schon mehrfach bezahlt gemacht. Nicht nur bei Standortentscheidungen großer Unternehmen, auch bei der nun gestarteten Callcenter-Initiative der Stadt Wien "Vienna Calling". Selbstverständlich bemüht sich auch die Stadt Wien selbst, neue Akzente im Bildungsbereich zu setzen. Etwa mit der Initiative "Wiener Bildungsnetz", mit der alle Wiener Schulen ans Internet angebunden werden und durch die eine fundamentale Veränderung der Didaktik eingeleitet werden wird. Derzeit ist man damit beschäftigt, qualitative und quantitative Bedürfnisse der IT-Branche nach neuen Qualifikationsinstrumenten auszuloten. Bekanntlich handelt es sich hier um Probleme, die nicht nur Wien, nicht nur Österreich, sondern ganz Europa vor neue Herausforderungen stellt.

Insgesamt ist die Wiener Wirtschaftspolitik engagiert dabei, Wien als Kompetenzzentrum für Hochtechnologie zu profilieren. Insbesondere soll die Kooperation zwischen den in Wien dicht und prominent vorhandenen Forschungseinrichtungen und der Wirtschaft soweit optimiert werden, dass auch die wirtschaftliche und industrielle Nutzung dem Standort Wien zugute kommt. Im Bereich Telekommunikation und Biotechnologie gibt hier bereits ansehnliche Erfolge. Diese Technologiezentren sollen und werden
wirtschaftliche Folgewirkungen erzielen, die sich auch in Beschäftigung niederschlagen sollten.

"Der Transformationsprozess der ehedem alten Industriegesellschaften hin zur Informations- und Wissensgesellschaft ist keineswegs abgeschlossen und wird noch mit etlichen Überraschungseffekten aufzuwarten haben, das
entscheidende aber ist, er muss sozial gesteuert sein", erklärte Ederer, "Das bedeutet vor allem für die Bildungssysteme, aber auch für Politik und Wirtschaft Herausforderungen, verlangt Anstrengungen und Flexibilität". (Schluss) sto

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