Umweltdachverband ÖGNU zur Tagung: Schlagwort Bürgergesellschaft

Parteipolitik raus aus Vereinsleben

Wien (OTS) - "Der klebrig-süße Zuckerguß der Nächstenliebe ist nicht mehr, der Einsatz ist illusionsloser, aber dafür wahrhaftiger", analysierte Univ.-Prof. Dr. Bernd Marin bei der gestrigen Tagung des Umweltdachverbandes ÖGNU zum Thema: "Schlagwort Bürgergesellschaft < Eine Antwort aus Umweltperspektive." Marin korrigierte in seinen Ausführungen weiters das Vorurteil, daß Vereine und NGOs Nachwuchsprobleme hätten, hier gibt es "keinen Gegentrend". Dennoch:
"Bloße Unterwürfigkeit reicht nicht mehr, die Menschen wollen dafür zumindest Gemeinsamkeit erleben".

Boris Marte, von der Wiener Plattform für eine offene Politik verwehrte sich vehement gegen die Vereinnahmung des Ehrenamtes durch die Parteipolitik. "Wenn sich die Politik hier einmischt, stirbt das Vereinsleben." Marte warnte darüber hinaus, die Arbeit von Vereinen und NGOs als "schlecht bezahltes Hobby zu bezeichnen. < Vielmehr muß sie als das betrachtet werden, was sie tatsächlich ist: Arbeit."

Darum, wie diese Arbeit noch effizienter gestaltet werden kann, ging es in den Ausführungen von Dr. Gerhard Heilingbrunner, Präsident des Umweltdachverbandes ÖGNU: "Ohne Professionalität läuft in der Umweltarbeit gar nichts mehr. Umwelt-NGOs leisten mit minimalen Budgets hervorragende Arbeit." Doch selbst die in den vergangenen Jahren stets gestutzten Mittel drohen zu versiegen. Der Staat selbst gefährdet durch "Schnorraktionen für den Fuhrpark und Briefpapier wie während der EU-Präsidentschaft" massiv das Spendenaufkommen. Für Heilingbrunner wird hier die Verlogenheit in der politischen Diskussion zur Bürgergesellschaft deutlich: "Der Staat hintertreibt die Arbeit von NGOs durch die im Zuge des Sparpaketes erfolgte

Streichung der Absetzbarkeit von Spenden."

Conrad Seidl, innenpolitischer Journalist und Buchautor wies darauf hin, daß auch für Umwelt-NGOs und deren Themen marktwirtschaftliche Verhältnisse gelten. Wer im Zeitalter der Massenmedien dieses Spiel nicht beherrscht, keine Symbole für die gewünschte Botschaft bereithalten kann, geht im Meer der Nachrichten unter. Kritisch äußerte sich Seidl zum Katastrophenjournalismus: "Man kann nur einmal sagen, der Wald ist zu 100 Prozent gefährdet < auf so eine Meldung kann praktisch nichts mehr folgen."

Vom Umweltdachverband ÖGNU wurde im Rahmen der Veranstaltung eine druckfrische Publikation zum Thema vorgestellt: "Erfolgreich im Umweltschutz - Aber wie?".

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Umweltdachverband ÖGNU, Tel. 01/40 113-0

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OGN/OTS