Jugend am Werk: Horizont in Sicht!

Laska eröffnet neue Werkstätte für behinderte Menschen

Wien, (OTS) Viele Jugendliche mit Behinderung, unter ihnen
vor allem die AbgängerInnen aus Integrationsklassen, haben den Wunsch, außerhalb der Beschäftigungstherapie einen regulären Job am ersten Arbeitsmarkt zu finden. Doch gerade für diese Zielgruppe gibt es derzeit nur sehr wenige Möglichkeiten, sich beruflich zu qualifizieren. Für die wenigen Maßnahme dieser Art, bei Jugend am Werk (JaW) z.B. in der Werkstätte Altmannsdorf oder bei Alpha Fertigungstechnik, bestehen Wartezeiten von bis zu 6 Monaten. Mit der Werkstätte Horizont richtet JaW hier einen Zwischenschritt ein und vermittelt Menschen mit Behinderung eine berufliche Vorqualifizierung als Grundlage für den Start in einem Integrationsprojekt oder in einer berufsbildenden Maßnahme. "Die Integration behinderter Menschen in die Arbeitswelt ist uns ein besonderes Anliegen," betonte Vizebürgermeisterin Grete Laska am Dienstag nachmittag im Rahmen der Eröffnungsfeierlichkeiten der neuen Werstätte im 21. Wiener Gemeindebezirk und meinte weiter:
"Mit dem neuen Konzept bei Horizont, das Berufsvorbereitung durch Arbeit und Lernen umsetzt, stellt JaW einmal mehr sein Know-how in der Berufsausbildung und in der Begleitung behinderter Menschen unter Beweis."

Die Vorsitzende von JaW, Prof. Erika Stubenvoll, will die Werkstätte Horizont als Erweiterung des bestehenden Angebots bei JaW und einen weiteren Schritt in die richtige Richtung verstanden wissen: "In den letzten Jahren hat sich JaW intensiv der Herausforderung beruflicher Integration für behinderte Menschen gestellt. Vor allem in der Qualifikation und
Integrationsbegleitung behinderter Menschen ist unsere
Organisation innovative Wege gegangen."****

Warum Horizont?

Neben AbgängerInnen aus Integrationsklassen sollen auch KlientInnen aus traditionellen Beschäftigungstherapien in der Werkstätte Horizont die Chance haben, sich beruflich zu verändern und weiterzuentwickeln. Viele von ihnen sind, trotz des klaren Wunsches nach einem regulären Arbeitsplatz, den Anforderungen in einem Betrieb noch nicht gewachsen. Projektleiterin Barbara Preuß, die als langjährige Integrationsbegleiterin weiß, was von den zukünftigen ArbeitnehmerInnen erwartet wird, zeichnet für den Namen Horizont verantwortlich: "Nomen est omen," meint sie optimistisch, "der Titel Horizont soll sowohl unseren KlientInnen aber auch Außenstehenden vermitteln, dass hier Kompetenzen
erworben werden, die ein Weiterkommen sicherstellen."

Im weitläufigen Firmengelände der ELIN-EBG gelegen, vermittelt bereits der Weg zur Werkstätte Horizont einen realistischen Eindruck von Arbeitsatmosphäre: ein Portier bei der Einfahrt, viele Hinweisschilder, moderne Gebäude, aber auch alte Fabrikshallen und ein hoher Turm aus roten Ziegeln prägen das
Bild. Die integrierte Lage der Werkstätte auf einem regulären Betriebsgelände macht es unter anderem möglich, dass sich die KlientInnen mit Behinderung ihr Mittagessen voll integriert in der Werkskantine schmecken lassen. Nicht zuletzt aus solchen Details setzt sich das große Puzzle der beruflichen Integration
behinderter Menschen zusammen.

Auch die Halle 50, in der die Werkstätte eingerichtet ist, vermittelt ein realistisches betriebsähnliches Klima. Früher wurden hier Bahn- und Klimamotoren produziert. Drei JaW-MitarbeiterInnen, die sowohl handwerklich als auch sozialpädagogisch für die Betreuung behinderter Menschen kompetent sind, stellen die fachliche und persönliche Begleitung der 45 -50 KlientInnen bei Horizont sicher. Der Schwerpunkt liegt dabei im Erwerb handwerklicher Grundfertigkeiten, dem Üben von in der
Schule erworbenen Kulturtechniken und dem Training sozialer Kompetenz. Für das Arbeitstraining sind folgende Bereiche vorgesehen:

o Grundfertigkeiten für die Holz- sowie für die Metallverarbeitung

(Grundschulung, Umgang mit Werkzeug, Fertigung kleiner Werkstücke)
o sowie zwei Industriegruppen, eine mit dem Schwerpunkt auf

Schulung der Feinmotorik und Ausdauer, die andere, darauf aufbauend, mit betriebsähnlichen Fertigungs- und Produktionsarbeiten. (Am Rande sei hier erwähnt, dass Aufträge sowohl für die Industriegruppen als auch für die Holz- und Metallgruppe noch bei Firmen aquiriert werden müssen.)

Die TeilnehmerInnen haben die Möglichkeit, alle Bereiche zu durchlaufen, um mit der Beratung ihrer BetreuerInnen individuelle Neigungen und Fähigkeiten zu erkennen und zu stärken. Ergänzt wird dieses Arbeitstraining durch fachtheoretische Schulungseinheiten, schulische Nachbildung in den Kulturtechniken sowie soziales Kompetenztraining. So erklärt sich auch der Untertitel des Projekts: Berufsvorbereitung durch Arbeit und Lernen. Darüber hinaus ist es in individuellen Fällen möglich, dass KlientInnen integrierte Praktika in Betrieben absolvieren, die von ArbeitsassistentInnen gecoacht werden.

Besonders wichtig ist jedoch, dass zwischen Horizont und anderen Einrichtungen bzw. Projekten von JaW Transparenz besteht. Sowohl zu Beschäftigungstherapien als auch zu den Qualifikations-bzw. Integrationsprojekten sollen reger Austausch und
Kommunikation bestehen, um den behinderten Menschen Entwicklungs-und Veränderungsmöglichkeiten zu eröffnen.

Zwt.: Durch und durch ein Produkt von JaW

Horizont ist durch und durch ein Produkt von JaW. Das gilt nicht nur für die Ressourcen, aus denen das Konzept entstanden
ist, etwa die umfassenden Erfahrungen in der Qualifikation und Vermittlung von Personen mit Behinderung, die einen integrierten Arbeitsplatz suchen, sondern vor allem auch für den konkreten
Umbau und die Einrichtung der Werkstätte selbst. Erste
erfolgreiche Vernetzungen haben hier bereits stattgefunden, indem etwa die Malergruppe der Initiative Lehrling für den professionellen Anstrich verantwortlich zeichnet. Die in
Ausbildung stehenden Jugendlichen und ihr Ausbilder haben in den vergangenen Wochen allen Räumen und vor allem der große Halle ein neues Gesicht gegeben. Aber auch aus verschiedenen Beschäftigungstherapien kam tatkräftige Unterstützung: einige Klienten haben bei der Errichtung von Zwischenwänden mitgearbeitet und dabei kräftig zugepackt. So wurden in der riesigen Halle kleinere Einheiten geschaffen, in denen die einzelnen Gruppen eingerichtet sind. Darüber hinaus haben die Lehrwerkstätten von JaW dafür gesorgt, dass die
elektrischen Installationen der Werkstätte Horizont auf dem neuesten Stand der Technik sind und alle sicherheitstechnischen Prüfungen bestehen.

Horizont – ein "project in progress"

Werkstättenleiterin Preuß und Walter Kovacs, als Bereichleiter der JaW-Werkstätten für behinderte Menschen mit dem Projekt befasst, sind sich darin einig, dass Horizont eine Werkstätte ist, deren konkrete Realisierung im Fluss ist. Regelmäßig soll der aktuelle Stand diskutiert und reflektiert werden, um gezielt Entscheidungen zu treffen und die
entsprechenden nächsten Schritte zu setzen. Insofern passt es gut ins Konzept, dass der Mietvertrag für die Räumlichkeiten vorerst auf drei Jahre begrenzt ist. Nach zwei Jahren, so Kovacs, soll der bisherige Verlauf beurteilt und erst daran anschließend über eine Fortsetzung des Projekts entschieden werden. (Schluss) bz

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