Global Industry Coalition erneuert Unterstützung für ein erfolgreiches "Biosafety Protocol"

Wien (OTS) - Die Global Industry Coalition (GIC) bekräftigt neuerlich ihre Unterstützung fur die Ziele des Übereinkommens zur biologischen Vielfalt und des "Biosafety Protocol": d.h. im Zusammenhang mit dem grenzüberschreitenden Verkehr von Living Modified Organisms (LMOs / vermehrungsfähige, gentechnisch veränderte Organismen) einen angemessenen Schutz für die biologische Vielfalt zu gewährleisten.

Obwohl wichtige Fragen auch nach den gestern in Wien zu Ende gegangenen informellen Beratungen noch ungelöst sind, bewertet die GIC die größer gewordene Flexibilität der Verhandlungsparteien und die zunehmende Entschlossenheit zu einem erfolgreichen Abschluß der Verhandlungen zu kommen, als ermutigende Zeichen für den weiteren Verhandlungsprozeß. Ausdrücklich würdigte die Global Industry Coalition in diesem Zusammenhang den Umstand, daß sie Gelegenheit hatte, am Verhandlungsprozeß mitzuwirken und zu einem praktikablen "Biosafety Protocol" beizutragen.

Im weiteren Verhandlungsverlauf will die GIC, wie bisher auch, wirtschaftliche und praxisrelevante Argumente einbringen, um sicherzustellen, daß ein künftiges "Biosafety Protocol" für alle Staaten umsetzbar ist. Gleichzeitig bekräftigt die GIC ihre Bereitschaft, mit allen Verhandlungsparteien konstruktiv zusammenzuarbeiten, um offene Fragen zu lösen. Die Mitglieder der GIC anerkennen die Notwendigkeit eines Ausgleichs zwischen dem Schutz der biologischen Vielfalt auf der einen und der Aufrechterhaltung eines effizienten und wirtschaftlichen Warenverkehrs von LMOs (das Spektrum reicht von Nahrungs- über Arzneimittel bis hin zu anderen lebenswichtigen Produkten) auf der anderen Seite.

Schon heute ist die Biotechnologie für die Weltwirtschaft eine Schlüsseltechnologie, die neue Lösungen bei der Bekämpfung von Krankheiten, der Sicherung der weltweiten Nahrungsmittelversorgung und im Umweltschutz bietet. Darüber hinaus würden alle Staaten über die Schaffung von Arbeitsplätzen, Wirtschaftswachstum und zunehmender internationaler Wettbewerbsfähigkeit vom Einsatz dieser Technologie profitieren.

Die informellen Verhandlungen in Wien wurden von Fragen rund um den Umgang mit "Commodities" (landwirtschaftliche Grund- und Rohstoffe) dominiert, die LMOs enthalten.

Die gleichzeitige Erörterung des Handels mit "Commodities" und des Schutzes der biologischen Vielfalt erwies sich als äußerst komplex und schwierig.

"Commodities" werden in großen Mengen produziert und als Massengüter transportiert, wodurch sie für die Verbraucher wirtschaftlich interessant sind. Für bestimmte Produkte bestehen Spezialmärkte, deren Schaffung aber mit höheren Preisen verbunden ist. Diese wichtige Unterscheidung wurde in einigen der in Wien vorgelegten Vorschläge nicht Rechnung getragen.

Bei "Commodities", die im internationalen Handel entweder zum direkten Verbrauch oder zur Weiterverarbeitung in Nahrungs- oder Futtermitteln gehandelt werden, ist die Freisetzung in die Umwelt nicht vorgesehen, weshalb sie auch keine Bedrohung der biologischen Vielfalt darstellen.

Einige der in Wien in die Diskussion eingebrachten Vorschläge hinsichtlich des Umgangs mit "Commodities", die LMOs enthalten, würden die wirtschaftliche Realität wie auch die Verbraucherinteressen in Frage stellen, ohne aber zu den eigentlichen Zielen des Übereinkommens zur biologischen Vielfalt, einschließlich des Schutzes der Biodiversität, beizutragen.

Vor diesem Hintergrund bemühte sich die Global Industry Coalition in Gesprächen mit allen Verhandlungsparteien eine praxisrelevante Perspektive des Welthandels mit "Commodities" zu vermitteln, um restriktive und unklare Regelungen zur globalen Biosicherheit zu vermeiden. Denn diese würden einerseits keinerlei Nutzen für die Erhaltung der biologischen Vielfalt bringen, hätten aber andereseits nachteilige Auswirkungen auf den Welthandel mit Nahrungsmitteln und anderen lebensnotwendigen Produkten. Der Handel muß aber an der effizienten und kostengünstigen Nahrungsmittelversorgung der Konsumenten orientiert bleiben.

Die Global Industry Coalition unterstützt die Schaffung eines harmonisierten Regelwerkes zum Schutz der biologischen Vielfalt. Allerdings müssen diese Regeln sowohl praktisch umsetzbar als auch mit bestehenden internationalen Verpflichtungen vereinbar sein. Deshalb unterstützt die GIC die Schaffung eines "Biosafety Clearing House?, das Notifikationen und Informationen betref= fend der Genehmigung von LMOs bereitstellt. Diese Einrichtung könnte Importeure mit den relevanten Informationen über den grenzüberschreitenden Verkehr von LMO's versorgen. Zusätzlich gilt es, die Kapazitäten zur Risikobewertung und anderer Bereiche der Gesetzgebung auszubauen - ein Bereich, in dem die Industrie auch künftig eine wichtige Rolle spielen wird.

Die Global Industrie Coalition begrüßt die Entscheidung der Verhandlungsteilnehmer, die Verhandlungen zum "Biosafety Protocol" im Jänner 2000 in Montreal fortzusetzen.

Die Global Industry Coalition repräsentiert über 2200 Unternehmen in 130 Staaten. Zu den Mitgliedern zählen Firmen in einer ganzen Reihe von Industriezweigen, darunter in der Landwirtschaft (Ackerbau und Viehzucht), in der Lebensmittelproduktion, in der Human- und Tiermedizin sowie im Umweltbereich.

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