"Europa trägt Verantwortung für insgesamt rund 1 Milliarde Menschen"

Wien (OTS) - Mit diesen Worten unterstrich Außenminister Wolfgang Schüssel heute in einer Podiumsdiskussion mit seinem rumänischen Amtskollegen Andrei Plesu und dem Koordinator der SECI, Erhard Busek, im Rahmen der von ihm initiierten "Gespräche für die Zukunft" Dimension und Dynamik des Prozesses der Europäischen Integration.

Die EU umfasse heute etwa 370 Millionen Menschen; berücksichtige man die Erweiterungskandidaten, die enge Vernetzung mit dem Mittelmeerraum sowie den regionalen Zusammenhang der Union mit Russland, der Ukraine, Weißrussland und den übrigen Ländern der GUS erstrecke sich die europäische Verantwortung auf rund 1 Milliarde Menschen.

Gleichwohl Schüssel mit seinen Gesprächspartnern in der Notwendigkeit einer "Rekolonialisierung" Europas übereinstimmte, sei das etwaige Angebot einer EU-Vollmitgliedschaft für viele Beitrittsaspiranten derzeit eher decouragierend. Hilfe und Ermutigung seien jedoch unabdingbar.

Die Diskutanten waren sich über die Bedeutung Europas als effektiver Garant für Stabilität einig. Diese Stabilität gelte es allerdings auch zu exportieren. Solange Europa , das über etwa 20 Millionen Soldaten verfüge, nur Beobachter nach Osttimor entsende, sei "noch ein Fehler im System Europa" vorhanden.

"Europa ist mehr als ein ökonomisches System." Völlig konform mit Plesu und Busek rückte Schüssel auch heute die volle Dimension des Projektes Europa in den Vordergrund. Der europäische Wertemaßstab beschränke sich eben nicht auf die Erfüllung des "acquis communautaire".

Gerade der Jugend komme eine entscheidende Rolle in der Entwicklung der gemeinsamen europäischen Identität zu. Eine wichtige Etappe sei beispielsweise die Gestaltwerdung der Europäischen Währung, überlegenswert sei auch die Schaffung eines europäischen Feiertages. Schüssel plädierte dafür, die kulturelle und bildungsmäßige Integration - bei Wahrung aller nationalen Eigenständigkeit - durch ein verpflichtendes Europa-Auslandssemester für Schüler und Studenten zu stimulieren.

Der Außenminister betonte, die OSZE-Präsidentschaft Österreichs und Rumäniens im kommenden Jahr respektive 2001 könnten den weiteren Rahmen bilden, integrationsfördernde Schritte zu setzen.

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