Ausländerkinder in höheren Schulen: Andere Länder tun mehr

Wien, (OTS) Entgegen allen Wahlkampftönen von einer angeblichen "Bevorzugung von Ausländern" lässt die Integration ausländischer Jugendlicher im höheren Schulwesen in Österreich immer noch zu wünschen.

Laut der EU-Studie "SLAME" (Second Language Acquisition in a Multicultural Environment), bei der die höheren Schulen in Schweden, Norwegen, den Niederlanden und Österreich verglichen wurden, schneidet unser Land am schlechtesten ab. Andere Länder investieren zum Teil deutlich mehr in Migrantenkinder als Österreich.

Die Gründe dafür liegen laut Stadtschulratspräsident Scholz "in der Verteilungsstruktur unseres Schulwesens, das Starke
stärker macht und für Schwache zu schwach ist. Daher werden wir in Wien diese Strukturen ändern."

Die Problematik beginne bei den Schulbüchern, die auf ausländische SchülerInnen zu wenig Bezug nähmen. Manche der Bücher seien schon für österreichische Kinder zu abstrakt - erst recht für Jugendliche mit nichtdeutscher Muttersprache. Der
Stadtschulrat werde hier mit erfahrenen Mittelschulprofessorinnen und -professoren Empfehlungslisten ausarbeiten.

Das größte Defizit bei der Förderung ausländischer Kinder in den höheren Schulen entstehe aber durch die Praxis möglichst schulautonomer Entscheidungen: "Wenn man die Schulpartner über alles entscheiden lässt, werden Minderheiteninteressen immer unter die Räder kommen. Es ist für den einzelnen Schulstandort einfach attraktiver, eine Sprachteilung in Englisch oder Französisch vorzunehmen als Werteinheiten zur Förderung ausländischer Jugendlicher einzusetzen. Es ist nun einmal populärer, wenn man
als Direktion oder Schulgemeinschaftsausschuss den Wünschen der Mehrheit folgt", so Scholz.

Der Stadtschulrat werde die Schulen in Zukunft bei dieser schwierigen Entscheidung entlasten. "Wir werden eine bestimmte
Zahl an Werteinheiten zentral verwalten und diese an besonders belastete Schulen verteilen. Das derzeitige System bestraft im AHS-Bereich jene Gymnasien, die sich um begabte Ausländerkinder bemühen. Wir werden auch im höheren Schulwesen jene Maßnahmen setzen, mit denen wir im Volksschulwesen erfolgreich und international anerkannt sind", schloss Scholz. (Schluss) ssr

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