Erika Pluhar will nach der Wahl hochoffiziell gefragt werden, ob sie Kunstminsterin werden will. Sie warnt vor einem schwarz-blauen "System der Diktatur"

Wien (OTS) - In einem Interview mit dem neuen FORMAT spricht die Schauspielerin und Autorin Erika Pluhar erstmals darüber, ob sie auf besonderen Wunsch Kanzler Klimas Kunstministerin werden will: "Es ist für eine Biographie nicht gerade unehrenhaft, für so eine Position in Betracht gezogen zu werden."

Und Pluhar weiter: "Wenn man nach der kommenden Wahl politisch überhaupt noch in der Lage ist, mich offiziell zu fragen, ob ich Kulturministerin werden will, dann wäre ich froh, wenn es diese Anfrage gibt. Und dann würde ich natürlich darüber nachdenken, ob ich mein Leben "zerstören" will oder nicht. Sprich: Ob ich meine Lebensplanung umstellen würde. Ich möchte mich aber nicht wahlkampfmäßig vereinnahmt fühlen. Bevor nicht nach der Wahl eine wirklich seriöse Anfrage an mich gerichtet wird, ob ich Kulturministerin werden will, nehme ich das Thema persönlich nicht ernst. Denn dieser Wahlkampf ekelt mich an, weil er nur GEGEN etwas geführt wird".

Ebenfalls im Interview mit FORMAT warnt Erika Pluhar vor einer schwarz-blauen Koalitionsregierung: "Ich sehe mit großer Besorgnis dem Wahlausgang entgegen. Und ich sehe eine blau-schwarze oder schwarz-blaue Koalition am Horizont. Ich wische das nicht so vom Tisch, wie das jetzt um mich herum so viele Menschen tun. Ich bin viel zu sehr alarmiert bezüglich eines totalen Rechtsrucks in unserem Land."

Und Pluhar an die Adresse der Intellektuellen: "Der Kreis der sogenannten Intellektuellen in Österreich ist erstaunlicherweise auf Tauchstation gegangen. Irgendwie praktizieren bereits alle die innere Immigration."

Über die Parteigänger Jörg Haiders formuliert Pluhar : "Ich bin der Meinung, daß Österreich durch die große Koalition ein im Weltmaßstab ziemlich gut regiertes Land ist. Und wenn jetzt alle einstimmen in dieses schrille Haider-Clan-Gebrüll, das nur die Menschen bei ihrer Frustration, bei ihrer Unzufriedenheit, bei ihrem Neid und bei ihrem Haß packt, dann ist das ausgesprochen besorgniserregend. Die Menschen sind es ja schon gar nicht mehr gewöhnt, etwas anderes zu hören als die immer wieder kolportierte Behauptung, daß in diesem Land alles Scheiße ist. Und das treibt sie natürlich den Freiheitlich in die Arme, weil die genau diese Rülpser der Unzufriedenheit bedienen."

Pluhar sieht bereits ein schwarz-blaues "System der Diktatur" am Horizont: "Dann würde ich sicher nicht das Land verlassen, sondern mich auf ein Leben einstellen, das bedauerlicherweise sehr ungemütlich wird. Denn ich bin ziemlich sicher, daß ich dann aufhören müßte, als ganz normale Kulturschaffende zu Hause zu sein, zu schreiben und gelegentlich Auftritte zu haben. Das würde dann alles eine viel dringlichere Brisanz bekommen. Man wäre zum Reagieren geradezu verpflichtet und müßte sein ganzes Leben umstellen. Ich weiß nicht, ob ich das will, aber es bliebe mir sicher gar nichts Anderes über. Denn dann leben wir mit Sicherheit in einem System der Diktatur. Dann kommt es zu einem Sozialabbau, und es würden sich all die kleinen Leute sehr wundern."

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