Unqualifizierte Kriegserklärung von Arbeitgeberseite

Chemie-Vorsitzender Beck kontert Raidl

Wien (GdCh/ÖGB). Zu einem vollkommen unverständlichen Eklat ließ sich der Chef von Böhler-Uddeholm, Claus Raidl, im Vorfeld der Lohnverhandlungen für die Metallindustrie hinreißen: Mag es noch legitim sein, einen moderaten Abschluss zu verlangen, so ist der Satz "Jedes Ergebnis, das über der Inflationsrate liegt, ist ein Versager" (Wirtschaftsblatt, 17.9.1999) wohl eine Provokation, nicht nur für die Arbeitnehmerseite. Im selben Interview unterstellt Raidl seinen Kollegen von der Arbeitgeberseite, den Verhandlungsführern nämlich, Unprofessionalität, in dem er sie als "Hobby-Arbeitgebervertreter" bezeichnet, welche den Profis der Gewerkschaft gegenübersitzen. ++++

Mag dies auch als Ausreißer eines Arbeitgebervertreters zu sehen sein, so besteht dennoch die Gefahr, dass auch andere Bereiche bzw. KV-Verhandlungen davon negativ beeinflusst werden. Dazu der GF Vorsitzende der Chemiegewerkschaft, Wilhelm Beck: "Derartige Aussagen tragen lediglich dazu bei, das soziale Klima in Österreich zu vergiften und von der nach wie vor funktionierenden Sozialpartnerschaft abzurücken."

Aus Arbeitnehmersicht ist festzuhalten, dass die Beschäftigten ein Recht auf einen gerechten Anteil am Wirtschaftserfolg haben und sich die Produktivität in jüngster Vergangenheit äußerst positiv entwickelt hat, auch Wirtschaftsprognosen für die unmittelbare Zukunft zeigen aufwärts.

ÖGB, 17. September 1999 Nr. 430

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