JW verlangt weitere Erleichterungen für Jungunternehmer

Belangssendung der WKÖ am 21.9.1999 um 5:52 auf Ö1

Wien (PWK) - Die Junge Wirtschaft hat anlässlich ihrer
Jahrestagung festgestellt, dass die Bundesregierung nach jahrelanger Stagnation im vergangenen Jahre eine Reihe von Maßnahmen zur Erleichterung von Betriebsneugründungen und Übernahmen gesetzt hat. Die in der Wirtschaftskammer Österreich beheimatete Bundesgeschäftsführung der Jungen Wirtschaft anerkennt die bisher getroffenen Maßnahmen und Geschäftsführer Alfons Helmel zählt auf:
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"Ich denke an den Wegfall der Gründungskosten. Das sind doch Beträge, die dem Jungunternehmer helfen. Eine Reduktion der Lohnnebenkosten von sieben Prozent im ersten Gründungsjahr. Aber auch vor allem der Wegfall der Erbschafts- und Schenkungssteuer."

Mit diesen Maßnahmen wurde, meint Helmel, eine neue Einstellung geschaffen.

Helmel: "Ich glaube das Wesentliche, was die österreichische Beschäftigungspolitik braucht, ist eine Gesinnung in Österreich, dass man weiß, es zahlt sich aus sich Selbstständig zu machen. Ich glaube daher, dass alle diese Bereiche notwendig waren, um zu zeigen wir wollen euch Jungunternehmer".

Jede Unternehmensgründung beginnt mit langen und gefürchteten Behördenwegen. Gelänge es, sie alle in einem Verfahren zusammenzufassen, wäre ein wesentliches Hindernis für Unternehmensneugründungen und damit zur Schaffung von Arbeitsplätzen aus der Welt geschafft.

Ein besonderes Problem für Jungunternehmer ist die Sorge um das Eigenkapital.

Helmel: "Daher muss die Tendenz weitergehen, weg vom klassischen Kredit als alleinige Finanzierungsform. Hier sind alle Beteiligungskapitalmöglichkeiten miteingeschlossen und wir als Junge Wirtschaft wollen hier vor allem einen Jungunternehmerfonds haben, aus dem junge Unternehmer Eigenkapital entnehmen können."

Eine Beteiligungsfondsgesellschaft also, die Geldanlegern die Möglichkeit geben soll, sich schon bei der Gründung an neuen Unternehmen zu beteiligen.

Ein weiteres Problem der Jungunternehmer ist die schlechte Zahlungsmoral mancher Kunden. Das hat schwerwiegende Folgen.

Helmel: "Wir wissen aus Untersuchungen, dass eine von vier Unternehmenspleiten, also 25 Prozent aller Insolvenzen auf Zahlungsverzögerungen zurückgehen. Wir wissen aber aus Skandinavien, dass eine Verdoppelung der Verzugszinsen eine Reduzierung der Zahlungszeit auf die Hälfte bewirkt hat. Das heißt, dass muss auch in Österreich passieren, denn ein zu spätes Zahlen soll wirklich keine billige Kreditvariante für den Kunden sein".
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