WWF-Studie: Umweltschäden in Jugoslawien weiten sich aus

Folgen der Bombenangriffe im Kosovo-Krieg / Giftstoffe gefährden auch Nachbarstaaten

Wien (OTS) - OTS. Ein Expertenteam der internationalen Naturschutzorganisation World Wide Fund For Nature (WWF) bestätigte Umweltschäden in Jugoslawien als Folge des Kosovo-Krieges. Auf einer Pressekonferenz in Berlin rief der WWF dazu auf, diese Schäden möglichst schnell einzudämmen und zu beseitigen, um eine weitere Ausbreitung der Schadstoffe zu verhindern. Die Experten fanden heraus, dass sich toxische Substanzen, die durch die Bombardierung von Industrieanlagen freigesetzt worden waren, immer noch ausbreiten und benachbarte Regionen bedrohen.

In einer gleichzeitig veröffentlichten Kurzstudie stellte der WWF ökologische Auswirkungen der Bombardierung zweier jugoslawischer Industriekomplexe - der Chemiefabrik in Pancevo sowie der Ölraffinerie von Novi Sad - vor. Auch wurden Wasserproben der Donau untersucht. In den Boden- und Wasserproben konnten beträchtliche Mengen Quecksilber, Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Ethylen-Dichlorid und andere hochgiftige Substanzen, darunter Dioxine, nachgewiesen werden. Die Giftstoffe gefährden Trinkwasservorräte und andere Lebensgrundlagen nicht nur in der Republik Jugoslawien, sondern auch in benachbarten Staaten. "Die internationale Gemeinschaft muss sofort finanzielle und technische Mittel zur Verfügung stellen, um die Boden- und Wasserschäden zu beseitigen", drängte Philip Weller, Direktor des WWF-Donau-Karpaten-Programms und Leiter der Expertenkommission.

Die Untersuchungen des WWF zeigten zudem enorme Defizite bei der Kontrolle der Wasserqualität in den Ländern Mittel- und Osteuropas. "Obwohl internationale Programme zur Verbesserung der Wasserqualität des Flusses existieren, war deren Effekt bisher mangelhaft", kritisierte Weller. Dies erschwere es, Kriegsfolgen und bereits vor dem Krieg bestehende chronische Verschmutzung zu unterscheiden. "Zuerst ist es jedoch notwendig, die immer noch anhaltende Verschmutzung sofort zu beenden und die Folgen der Bombardierung der Industriekomplexe in Pancevo und Novi Sad zu beseitigen", betonte Weller. Zusätzlich fordert der WWF eine ständige Verbesserung des Umweltmonitoringprogramms für die Donau durch die Mitglieder der Donauschutzkonvention, zu der auch Österreich, Deutschland, Ungarn, Rumänien und Bulgarien gehören. "Bisher hat sie ihre Rolle nicht wahrgenommen", kritisiert WWF-Geschäftsführer Dr. Günther Lutschinger die Konvention. "Gerade das Verhalten Österreichs, das zur Zeit den Vorsitz hat, ist besonders enttäuschend. Die politische Verantwortung dafür trägt Bundesminister Molterer."

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