Schüssel im FORMAT-Interview: Mit meiner Stimme wird Haider nie Kanzler

Attacke auf Klima und die SPÖ: "Warnung vor schwarz-blau war strategischer Fehler. Haider war ja angeschlagen"

Wien (OTS) - Die ÖVP unter einem Obmann Wolfgang Schüssel wird FP-Chef Jörg Haider unter keinen Umständten dazu verhelfen, Kanzler zu werden. Darauf legte sich Vizekanzler und VP-Chef Schüssel im Interview mit der am Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins FORMAT fest. Schüssel wörtlich im FORMAT-Interview: "Jörg Haider wird mit Sicherheit nicht mit meiner Unterstützung Kanzler werden. Das gilt jetzt nicht nur für meine Person, denn ich habe natürlich alle Länder, alle Teilorganisationen eingebunden. Und vergessen sie nicht, daß ich gewählter Parteiobmann bin. Im Notfall berufe ich einen Parteitag ein." Dagegen läßt Schüssel sehr wohl die Möglichkeit offen, Haider als Vizekanzler in eine schwarz-blaue Regierung zu nehmen, sollte die ÖVP doch als zweitstärkste Partei aus der Wahl hervorgehen. Auf die FORMAT-Frage "Würden Sie Würden Sie Haider zum Vizekanzler machen?" antwortet der VP-Chef: "Das steht überhaupt nicht zur Diskussion.- Die ÖVP sei in so einem Fall 'nach allen Richtungen offen. Für jede Zusammenarbeit, in der wir unsere Ziele am besten verwirklichen können."

Drohung mit schwarz-blau war strategischer Fehler der SPÖ

In einer massiven Attacke auf die SPÖ und ihren Parteivorsitzenden Viktor Klima wirft Schüssel wirft dem Koalitionspartner vor, einen "ganz entscheidenden strategischen Fehler gemacht" zu haben, indem sie "hysterische Warnungen vor schwarz-blau" zu einem Wahlkampfthema gemacht habe. Schüssel: "Erst dadurch hat Jörg Haider eine Bedeutung in diesem Wahlkampf erhalten. Die FPÖ war ja nach den Europawahlen schwer angeschlagen und völlig ratlos. Mit einem Wettstreit der Themen hätten wir die FPÖ automatisch draußen gehalten, sie hat ja nichts, womit man sich inhaltlich auseinandersetzen könnte."

Schüssel will auch in der Opposition Parteichef bleiben

Schüssel betont, daß auch im Falle eines Ganges in die Opposition der VP-Chef Wolfgang Schüssel heißen würde. Diese Linie werde von der gesamten Partei mitgetragen, auch von der steirischen Landeshauptfrau Waltraud Klasnic, die erklärt hatte, die ÖVP sei ihrem Wesen nach eine Regierungspartei und nicht geeignet für die Opposition. Schüssel zu FORMAT: "Zwischen die Positionen von mir und von Waltraud Klasnic bringen Sie nicht einmal ein Blatt Papier. Ich habe nie gesagt, daß die Opposition unser Ziel ist. Wir können regieren, wir wollen regieren, aber nicht um jeden Preis." Er habe klarstellen wollen, daß die ÖVP nur dann in eine Regierung gehen werde, wenn sie vom Wähler 'ein klares Signal' dafür erhalte. Schüssel im FORMAT-Interview: 'Bis jetzt hat man uns immer vorgeworfen: Ihr setzt die pragmatisierte Koalition mit den Roten bis ins 22. Jahrhundert fort. Wir wollen daher ein klares Signal vom Wähler, daß er uns weiter in der Regierung will. Dieses Gefühl, daß die Große Koalition schon feststeht, die hat doch dazu geführt, daß die Leute sagen, wir können ruhig ein bißchen in die Fun-Abteilung hinüberschauen, zu Richie Lugner, oder machen wir ein bißchen auf Protest, Stichwort Jörg Haider und sein Prinzhorn. Die Drohung mit der Opposition bezeichnet Schüssel zudem als bewußten 'Knalleffekt' im Wahlkampf. Schüssel zu FORMAT: "Am Anfang muß man die eigenen Leute aufwecken. Im Schlafwagen gewinnt man keine Wahlen."

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