UNO: Der Retter in der Not?

49% der Österreicherinnen und Österreicher glauben, daß, im Falle einer militärischen Bedrohung, die UNO Österreich zur Hilfe kommen würde

Wien (OTS) - Sicherheitspolitik ist ein Thema, daß die Österreicherinnen und Österreicher nicht sehr berührt. Jeder meint in einem sicheren Europa, weit weg von Konflikten zu wohnen; und wer braucht schon Sicherheitspolitik, wenn es sowieso schon sicher ist! Doch ist Europa wirklich so sicher? Man muß gar nicht weit in die Vergangenheit reisen, um diese Frage mit einem deutlichen nein beantworten zu können. Wir müssen uns nur an den Krieg in Slowenien erinnern. Das Zollgebäude brannte, Militärjets verletzten österreichischen Luftraum und Kugeln verirrten sich verbotenerweise auf unser Staatsgebiet. Nicht viel weiter weg kam es zu Kriegen in Kroatien, Bosnien und im Kosovo. Vier bewaffnete Konflikte in unserer Nähe, und wir glauben, daß Europa sicher ist. Trotzdem hat in Österreich kein Umdenkungsprozeß stattgefunden. Noch immer ist die Sicherheitspolitik kein Thema. Was soll schon passieren? Wen interessiert schon Österreich? Es wird uns schon jemand helfen. Das spiegelt die österreichische Mentalität wieder.

Wie eine Umfrage der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik in Zusammenarbeit mit der Sozialwissenschaftlichen Studiengesellschaft (SWS) zeigt, glauben 49% der österreichischen Bevölkerung, daß, falls Österreich militärisch bedroht wird, die UNO zur Hilfe eilen würde. Die Österreicherinnen und Österreicher vertrauen also auf einen Papiertiger ohne Zähne. Denn scheinbar wissen viele nicht, daß die UNO selbst kein eigenes Heer, ja nicht einmal einen einzelnen Soldaten hat. Sie kann nur versuchen, Konflikte am Verhandlungstisch zu lösen. Sogar das ist kein leichtes Unterfangen, da gewisse Staaten ein Vetorecht haben. Der Kalte Krieg ist zwar beendet, aber es gibt trotzdem noch enorme Interessensunterschiede zwischen östlichen und westlichen Staaten. Einen solchen Interessenskonflikt sah man sehr gut beim Kosovo-Konflikt. Ein Aktiv werden der UNO scheiterte am Veto Rußlands. So schritt die Internationale Eingreiftruppe ohne UNO-Mandat ein. Das war wieder einmal ein Beweis für die Handlungsunfähigkeit der UNO bei bewaffneten Konflikten. Auch der derzeitige Ost-Timor-Konflikt zeugt davon, daß die UNO, wenn es darauf ankommt, nicht in der Lage ist, Taten zur Beendigung eines Konflikts zu setzen. Und von dieser Organisation erwarten die Österreicherinnen und Österreicher im Ernstfall Hilfe?

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