ÖGB läßt nicht locker: Aktion Fairness trotz Wahlkampf

Verzetnitsch appelliert an Wirtschaftskammer Unfairness zu beseitigen

Wien (ÖGB). ”Wir wollen die Umsetzung der Aktion Fairness so rasch wie möglich verwirklichen”, erklärte heute ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch bei einer Pressekonferenz am Schwedenplatz. Es sei notwendig trotz Wahlkampf auf die Gleichstellung von ArbeiterInnen und Angestellten aufmerksam zu machen. Verzetnitsch: ”Das Thema ist zu wichtig, um es für den Wahlkampf zu benützen. Die bestehenden Unterschiede sind in keinster Weise gerechtfertigt.” Mit mehr als 200 Veranstaltungen zur ”Aktion Fairness” in ganz Österreich stellt der ÖGB auch an alle ÖsterreicherInnen die Frage: ”Darf es zwischen ArbeiterInnen und Angestellten noch Unterschiede geben?” ++++

Verzetnitsch: ”Zur Beseitigung dieser Unfairness muß es ein klares Ja geben. Der ÖGB fordert keine weitere Blockade in der Regierung und im Parlament. Wir müssen einen Weg finden, um diese Ungerechtigkeiten zu beseitigen.”
Für 1,3 Millionen Arbeiter gebe es Unterschiede bei Kündigung, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und Dienstverhinderung, obwohl sie die gleiche Arbeit leisten wie Angestellte. Verzetnitsch: ”Diese Menschen verdienen es nicht, ungleich behandelt zu werden.”

Verzetnitsch skizzierte die Ungerechtigkeit: ”Ein Maurer und ein Büroangestellter in der gleichen Firma mit gleichem Gehalt haben einen Autounfall. Der Angestellte bekommt im Krankenstand 4.000 Schilling mehr.

Ein Stukateur und ein Angestellter sind beide 25 Jahre lang in einer Firma. Bei Kündigung hat der Stukateur 2 Wochen, der Angestellte fünf Monate Kündigungsfrist.”

Auch bei persönlicher Verhinderung, wie Arztbesuch oder Behördenweg, sei der Unterschied offensichtlich: Für den Arbeiter sei diese klar und deutlich mit maximal einer Woche pro Jahr begrenzt für den Angestellten sei sie jedoch unbegrenzt.

Verzetnitsch: ”Es geht nicht um das Auseinanderdividieren von Arbeitern und Angestellten sondern um eine konsequente Weiterentwicklung im Urlaubs- und Angestelltenrecht zu erreichen.”

Bei intensiven Verhandlungen mit der Wirtschaft, so Verzetnitsch, seien vom ÖGB Gegenfinanzierungsmodelle ohne Mehrbelastung für die Wirtschaft vorgelegt worden. Es hätte sogar eine Entlastung von mehr als einer halben Milliarde gegeben. Die Wirtschaftskammer jedoch wolle Gegenforderungen, die auf Kosten von allen ArbeitnehmerInnen gehen wie die Anrechnung des ersten Krankenstandstages als Urlaubstag, die Abschaffung von Feiertagen und eine Aliquotierung des Urlaubes.
Der ÖGB-Präsident: ”Auf Gegengeschäfte, die soziale Verschlechterungen bringen, lassen wir uns nicht ein.”

Willi Mernyi, Koordinator der Aktion: ”Im Unterschied zur Wirtschaftskammer ist der ÖGB in Bewegung.” ”Wir bleiben bei der Forderung nach der Aktion Fairness”. Im Rahmen einer ÖGB-Faxaktion seien schon mehr als 6.000 Faxe an die Wirtschaftskammer geschickt worden, in vielen Landeshauptstädten gebe es Aktionen vor den Wirtschaftskammern in den Betrieben auf der Straße. Mernyi: ”Wir wollen vehement auf die bestehende Ungleichheit aufmerksam machen.”

ÖGB, 10. September 1999 Nr. 423

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