FSG-Nussgraber-Schnabl: Frauenarbeit fördern, nicht verhindern

"Karenzgeld für alle" steigert nicht Geburtenrate

Wien (FSG). "Karenzgeld für alle ist ungerecht, trägt nichts zur Förderung von Frauenarbeit bei und erhöht mit Sicherheit nicht die Geburtenrate", sagt FSG-Frauenvorsitzende Erika Nussgraber-Schnabl.++++

Die Probleme von Frauen auf dem Arbeitsmarkt ließen sich nicht dadurch lösen, Karenzgeld mit der Gießkanne an alle zu verteilen, sagt Nussgraber-Schnabl. Sie ruft auch die Funktion des Karenzgeldes in Erinnerung: "Das Karenzgeld ist ein Ersatz für ein Erwerbseinkommen, kein Kinderbetreuungsgeld. Es ist eine Leistung aus der Sozialversicherung, keine Familienleistung." Die Überschüsse des Familienlastenausgleichsfonds, die die ÖVP gerne zur Finanzierung ihres "Karenzgeldes für alle" verwenden würde, sollten laut Nussgraber-Schnabl stattdessen für echte Familienleistungen, beispielweise die Wiedereinführung der Geburtenbeihilfe herangezogen werden.

Die ÖVP wolle die Probleme der Frauen anscheinend dadurch lösen, dass sie Kinder bekommen und zu Hause bleiben sollen. "Das ist keine frauenfreundliche Arbeitsmarktpolitik!" Es sei außerdem grotesk anzunehmen, dass mehr Kinder geboren würden, wenn es Karenzgeld für alle gebe, wie ÖAAB-Obmann Werner Fasslabend das offensichtlich glaubt. Die Ausgaben für ein Leben mit Kindern würden nach der Karenz ja nicht aufhören.

"Ein Drittel der Frauen schafft den Wiedereinstieg ins Berufsleben nach der Karenz nicht mehr, viele werden ziemlich bald nach einem Wiedereinstieg gekündigt. Was Frauen wirklich brauchen ist die Sicherheit, mit der Geburt eines Kindes nicht in eine Armuts- und Abhängigkeitsfalle gedrängt zu werden. Sie brauchen familienfreundliche Arbeitszeiten, den Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen, Chancen auf einen Wiedereinstieg nach der Kinderpause, die Möglichkeit zu Teilzeitarbeit mit einem Recht auf Rückkehr zu einem Vollzeitarbeitsplatz," betont die FSG-Frauenvorsitzende abschließend. (bfm)

FSG, 10. September 1999 Nr. 68

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