Mehrwertsteuerrückvergütung - gewusst wie ! Korosec: Einfuhrumsatzsteuer ist vom Nettokaufpreis zu berechnen.

Wien (OTS) - Wer in einem EU-Drittland Waren erwirbt und sich
die Umsatzsteuer rückvergüten lässt, sollte sich jedenfalls den Nettokaufpreis auf der Rechnung ausweisen lassen. Nur so ist gewährleistet, in Österreich nicht nochmals zur Kasse gebeten zu werden, rät Volksanwältin Korosec.****

: "Teure" Mitbringsel aus Ungarn

Ein ganz alltäglicher Fall. Ein Wiener Ehepaar entschließt sich zu einem Tagesausflug nach Sopron. Beim Bummel durch die Altstadt stößt man auf ein Geschäft mit handbemaltem Porzellan. Zwei Stücke, eine Kaffeetasse und eine Platte, werden erworben. Der Kaufpreis beträgt alles in allem umgerechnet 3.300 S. Pflichtbewusst lassen sich die Beschwerdeführer für die Rückvergütung der Mehrwertsteuer ein Formular "Umsatzsteuerrückvergütung für ausländische Abnehmer im Reiseverkehr" ausstellen. In ihm ist der Nettokaufpreis
ausgewiesen.

Doppelt besteuert!

Die Enttäuschung folgt auf dem Fuß. Wenige Stunden später - auf der Rückreise nach Wien - lässt der Dienst habende Zollbeamte am Grenzübergang Klingenbach die beiden wissen: Zwar unterschreite
der Wert der Kaffeetasse die Freigrenze. Für die Porzellanplatte aber sei Einfuhrumsatzsteuer zu entrichten. Bemessen werde diese
der Einfachheit halber vom Bruttokaufpreis. "Miteinbezogen ist
damit aber die in Ungarn zu entrichtende und uns rückbezahlte Umsatzsteuer", bemängeln die Beschwerdeführer. Ein Fehler, wie Volksanwältin Ingrid Korosec sofort erkennt. Auch das Bundesministerium für Finanzen räumte dies mittlerweile ein. Die Überweisung der zu viel entrichteten Abgabe wurde in die Wege geleitet.

Volksanwältin Ingrid Korosec: "Informationsbedarf des Bürgers gehört gedeckt!"

"So begrüßenswert die rasche Reaktion des Bundesministeriums für Finanzen in der gegenständlichen Angelegenheit ist. Bereinigt ist damit nur der Einzelfall. Nicht abgedeckt ist ein vielfach festzustellender Informationsbedarf des Bürgers. Mein Anliegen ist es daher, dass schon an den Grenzübertrittsstellen Broschüren aufliegen, die über die Rechtslage informieren", so Volksanwältin Korosec.

Als Faustregel für Reisen in die ehemaligen Ostblockländer gilt: Für Waren, die auf dem Landweg eingeführt werden, ist ab der Überschreitung einer Freigrenze von 1.400 S Einfuhrumsatzsteuer in der Höhe von 20% des Nettokaufpreises zu entrichten. Zoll fällt in diesen Ländern auf Grund von Präferenzabkommen erst ab einem wesentlich höheren Betrag an. "Um wirklich sicherzugehen, sich steueroptimal zu verhalten", so Volksanwältin Korosec abschließend, "sollte schon vorsorglich von der Möglichkeit einer Rückfrage beim jeweiligen Hauptzollamt Gebrauch gemacht werden".

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