ots Ad hoc-Service: Jagenberg AG <DE0006212038> Aktionärsbrief I

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Aktionärsbrief August 1999 Jagenberg AG

Jagenberg vor Neustrukturierung

Die globalen Konzentrationstendenzen in der Papierindustrie verbunden mit deutlichen Überkapazitäten und einem anhaltenden Margenverfall für die Endprodukte haben nicht nur bei der JagenbergGruppe, sondern auch bei allen im Wettbewerb befindlichen Herstellern von Papier- und Papierveredelungsmaschinen seit Mitte des Geschäftsjahres 1998 zu einer rückläufigen Geschäftsentwicklung geführt. Folge dieser Investitionszurückhaltung war für Jagenberg ein historisch niedriger Auftragsbestand, mit dem der Geschäftsbereich Papiertechnik in das Jahr 1999 gestartet ist. In einigen asiatischen Ländern werden jetzt nach mehrjähriger Pause erstmals wieder Projekte vorbereitet. Die Märkte in Osteuropa ruhen weiterhin mangels der notwendigen Finanzierungsmöglichkeiten, Nordamerika leidet aufgrund von Papierimporten aus Asien unter erheblichen Überkapazitäten, die Länder in Südamerika kämpfen mit nationalen Problemen, selbst in Westeuropa ist die Planung neuer Papierlinien derzeit nicht bekannt. Die wenigen am Markt verbliebenen Projekte werden daher von den Herstellern der Papier und Papierveredelungsmaschinen bei Druck auf die Margen heiß umkämpft.

Die Jagenberg-Gruppe hat im 1. Halbjahr 1999 trotz des schwierigen internationalen Umfelds nahezu einen Auftragseingang in Höhe des durchaus zufriedenstellenden Vergleichszeitraums 1998 erzielen können. Die Auftragseingangsschwäche im Geschäftsbereich Papiertechnik konnte durch den Geschäftsbereich Verpackungstechnik ausgeglichen werden, dessen Auftragseingang erfreulich gesteigert werden konnte.

In diesem schwierigen Marktumfeld profitiert Jagenberg jetzt von den in den Vorjahren im Rahmen der Innovationsaktivitäten entwickelten neuen Produkten. Dieses gilt für den Bereich Verpackungsmaschinen, für die Folienbearbeitungsmaschinen und insbesondere für die Produkte des Bereichs Papierbearbeitungsund Veredelungsmaschinen. Im Bereich Papiertechnik sind 90% aller verkauften Anlagen innerhalb der letzten 2 bis 3 Jahre neu entwickelt worden.

Aus dieser Position technologischer Stärke werden in Anbetracht der zur Zeit stagnierenden Märkte, wir rechnen erst in etwa 2 Jahren mit einem spürbaren Anstieg der Nachfrage aus der Papierindustrie, Gespräche mit Wettbewerbern mit dem Ziel von Kooperationen und Arrondierungen geführt. Diese Gespräche werden von unserem Hauptaktionär, der Rheinmetall AG, intensiv begleitet. Sollten diese Gespräche nicht in unserem Sinne in überschaubarer Zeit zu einem zukunftsweisenden Ergebnis geführt werden können, wird sich die Jagenberg- Gruppe aus eigener Kraft mit neuen Strukturen ergänzt um neue Aktivitäten in den Kernarbeitsgebieten - den Märkten und der Zukunft aktiv stellen. Die in diesem Sinne zu Beginn des Jahres 1999 erworbenen Gesellschaften WPM Woschnik + Partner Maschinenbau GmbH, Mönchengladbach (Stanzen für die kartonverarbeitende Industrie), und die spanische Basagoitia S.A., Tolosa (Verarbeiterroller für die papierverarbeitende Industrie und Umbauten kleinerer Papiermaschinen und Streichanlagen), sind bereits erfolgreich in die Jagenberg-Gruppe integriert worden. Eine weitere Anpassung der internen Strukturen, ein straffes Kostenmanagement

und die Optimierung der Bilanzstrukturen mit einem gezielten Asset-Management werden diese strategischen Maßnahmen begleiten

Umsatz und Gesamtleistung

Im 1. Halbjahr 1999 erreichte die Jagenberg-Gruppe einen konsolidierten Umsatz von 166,5 Mio. EUR nach 226,7 Mio. EUR in dem durch die Abrechnung eines Großauftrags aus Asien mit über 40 Mio. EUR geprägten Vorjahreszeitraum. Die Gesamtleistung im 1. Halbjahr 1999 betrug 199,9 Mio. EUR. Sie lag damit zwar bedingt durch den Großauftrag um 39,8 Mio. EUR unter der Leistung des 1. Halbjahres 1998, bietet aber eine gute Ausgangsbasis für den Umsatz im 2. Halbjahr 1999. Der Auslandsanteil am Umsatz erreichte mit 77,7% das Vorjahresniveau. Hauptumsatzträger war im 1. Halbjahr 1999 mit 48,8% nach 30,9% im Vorjahr erstmals der Geschäftsbereich Verpackungstechnik. Der Umsatz des Geschäftsbereichs lag mit 81,3 Mio. EUR um 16,3% über dem Vorjahreswert. Der Geschäftsbereich Papiertechnik erzielte einen Umsatz von 72,7 Mio. EUR und blieb damit hinter dem durch das abgerechnete Großprojekt außergewöhnlich hohen Vorjahresumsatz zurück. Der Anteil des Geschäftsbereichs Papiertechnik am Gesamtumsatz betrug dadurch nur noch 43,7% (Vorjahr 62,7%).Die Jagenberg AG und ihre Vertriebsgesellschaften trugen mit 12,5 Mio. EUR 7,5% (Vorjahr 6,4%) zum Umsatz bei. 1. Halbjahr 1999:
Umsatz in Mio EUR: 166,5, Auslandsanteil in %: 77,7 1. Halbjahr 1998:
Umsatz in Mio EUR: 226,7, Auslandsanteil in %: 77,0

Ende der Mitteilung
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