Onodi: Kindesmissbrauch - besonders den Opfern muss geholfen werden

Derzeitige Diskussion dreht sich nur um den Täter

St. Pölten (SPI) - "Mißbrauch an Kindern und auch an Frauen ist lange Zeit ein Tabu gewesen. Die derzeitige Diskussion durch die Sensibilisierung dieses Themas zeigt jedoch, daß die Gesellschaft noch immer nicht damit umgehen kann", sieht die 2. Landtagspräsidentin und Gesundheitssprecherin der SPÖ-NÖ, LAbg. Heidemaria Onodi, Handlungsbedarf in Sachen Opferbetreuung. Derzeit wird nur über das Strafausmaß für den Täter diskutiert, auf die Opfer aber und ihre Bedürfnisse, zum Beispiel Hilfe nach der Anzeige, wird überhaupt nicht eingegangen.****

"Deshalb stellt das von Frauenministerin Prammer initiierte Projekt der ‚Prozessbegleitung bei sexuellem Mißbrauch an Mädchen, Buben und Jugendlichen‘ einen Meilenstein im Umgang mit dem Tabutheam des sexuellen Mißbrauchs dar", ist Onodi stolz auf diese SPÖ-Aktion. In diesem Projekt geht es darum, Kinder zu unterstützen, damit sie in der Zeit nach einer Anzeige und in der Zeit des Prozesses so schonend wie möglich behandelt werden. 70 Kinder und deren Angehörige wurden im Rahmen dieses Projektes bisher begleitet. "Wir fordern auch eine Änderung des Verfahrens selbst, da derzeit die ganze Beweislast bei den Kindern selbst liegt. Es wird von einem Kind ohne Berücksichtigung auf sein Schamgefühl gefordert, fremden Leuten in fremder Umgebung intimste Einzelheiten zu erzählen. Manche Kinder halten diesem Druck nicht stand, woraufhin möglicherweise die Anzeige fallengelassen wird", so Onodi weiter.

"Dieses hochsensible Thema des Kindesmißbrauchs darf unter keinen Umständen zu einem populistischem Wahlkampfthema werden. Ich sehe mehr Sinn darin, einen Kindergarten zu eröffnen, als ganze Wahlplakatserien einstampfen lassen zu müssen", so die SP-Mandatarin. "In der Frage der Täterbestrafung halte ich es wie Ministerin Prammer: ‚Je höher die Strafe, desto härter werden auch die Vertuschungsversuche werden‘. Hier ist die Justiz gefordert, endlich Maßnahmen zu setzen", stellt Onodi klar.
(Schluss) sk/fa

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