UMTS Lizenzen - Mehrheit der Experten lehnt Auktion ab

Wien (OTS) - In einer von GfK durchgeführten Expertenbefragung sprechen sich 76 % der Befragten gegen eine Auktion aus. Die mobilkom austria schlägt vor, auf eine Auktion zu verzichten und den bestehenden vier Betreibern die vorhandenen UMTS Frequenzen anzubieten. Im Rahmen eines Verfahrens soll eine jährlich zu entrichtende Frequenznutzungsgebühr ermittelt werden, die jeder Betreiber zu bezahlen hat.

Die Vergabe von UMTS Lizenzen in Österreich durch die Telekom Control steht vor der Tür. Am 13. September endet das Konsultationsverfahren, Ende 2000 sollen die Frequenzen vergeben werden und ab 2002 kann UMTS in Österreich kommerziell genutzt werden. Offen ist, auf welche Art die Frequenzen und wie viele Lizenzen vergeben werden.

In Finnland hat das zuständige Ministerium bereits im März 1999 im Rahmen eines "Beauty Contests" vier Lizenzen vergeben. Spanien, Dänemark und Schweden planen UMTS Lizenzen nach dem Beispiel Finnland zu vergeben. Länder wie Großbritannien, Deutschland und die Schweiz planen Auktionen zur Vergabe von UMTS Lizenzen.

Im Rahmen einer von der mobilkom austria in Auftrag gegebenen Expertenbefragung von GfK wurde zum bevorstehenden Vergabeverfahren die Meinung von Opinion Leadern der Telekom Branche erhoben.

Beauty Contest oder Auktion - welchen Weg soll Österreich gehen

Von den befragten Experten sprachen sich 76 % für einen Beauty Contest aus, nur 24 % präferieren eine Auktion.

Gründe, die für einen Beauty Contest in Österreich sprechen :

  • Beauty Contest verhindert, dass mit Lizenzen spekuliert wird
  • niedrigere Konsumentenpreise
  • rasche Marktpenetration und beschleunigter Netzausbau
  • rasche und kostengünstige Diensteentwicklung in einem durch sehr hohe Penetration gekennzeichneten Mobilfunkmarkt
  • UMTS wird durch die Einführung von GPRS in seinem vollen Leistungsumfang frühestens 2004 sinnvoll. Eine Verteuerung durch hohe Lizenzgebühren macht die Investition in UMTS unrentabel
  • Frequenzspektrum reicht für nur vier Betreiber: Bestehende Betreiber dürfen von einer neuen Technologie nicht ausgeschlossen werden.

Die Befürworter einer Auktion führen folgende Gründe an:

  • Beauty Contest ist politisch unrealistisch, Ziel des Staates ist die Einnahmenmaximierung
  • Preis ist das einzige Kriterium, nur eine Auktion gewährleistet ein faires und transparentes Vergabeverfahren
  • Frequenzen stellen ein knappes Gut dar, daher ist eine Auktion der effizientere Allokationsmechanismus.

Ermittlung einer laufenden Frequenznutzungsgebühr im Rahmen eines Verfahrens

Alle befragten Experten, somit auch die Befürworter einer Auktion, können sich eine Ermittlung einer laufend zu entrichtenden Frequenznutzungsgebühr im Rahmen eines Verfahrens vorstellen.

Folgende Gründe werden dafür angegeben:

  • Risiko der Marktentwicklung wird auf Betreiber und Staat gleichmäßig aufgeteilt
  • Gebühr ist erst dann zu zahlen, wenn die Betreiber Teilnehmer und Einnahmen haben
  • niedrigere Konsumentenpreise
  • schneller Netzausbau und schnellere Einführung von UMTS Diensten
  • laufende Einnahmen für den Staat

In die selbe Kerbe schlägt Heinz Sundt, Generaldirektor der mobilkom austria. Die mobilkom schlägt ein Verfahren vor, das das Risiko für die Betreiber in Österreich mindert, dem Staat aber entsprechende Erlöse für die Frequenzressourcen sichert: Da UMTS keinen neuen Markt darstellt, sondern eine Weiterentwicklung des bestehenden funktionierenden GSM Marktes ist, ist eine Zuteilung von UMTS Frequenzen für die bestehenden vier Mobilfunkbetreiber in Österreich zwingend. Auch das UMTS Forum empfiehlt pro Staat nicht mehr als vier Lizenzen (je 2x15+5MHz) zu vergeben und bestehende Netzbetreiber nicht auszuschließen. "Statt einer Auktion soll der Regulierer von den vier Betreibern eine jährlich zu entrichtende Frequenznutzungsgebühr, die im Rahmen eines Verfahrens ermittelt wird, einheben. Damit kann der Regulierer das hohe Investitionsrisiko mindern", so Sundt.

Für Sundt bringt diese Vorgangsweise Vorteile für alle Beteiligten:

Vorteil für die vier Betreiber in Österreich: Keiner der Betreiber wird in seiner Existenz gefährdet, jeder kann in Zukunft Multimediadienste anbieten.

Vorteil für den Staat: sichere, kontinuierliche Einnahmen

Vorteil für die Gesamtwirtschaft: UMTS kann sich in Österreich rasch und sicher entwickeln und so einen wichtigen Beitrag für die wirtschaftliche Entwicklung leisten.

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