Verzetnitsch fordert Initiativen für Jugendliche

Staatliche Programme geben Jugendlichen Chance am Arbeitsmarkt

Wien (ÖGB).: "Die jüngsten Beschäftigungsdaten bestätigen, dass sich das stete Drängen der Gewerkschaften für eine aktive Beschäftigungspolitik auszahlt”, erklärte ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch beim Bundesvorstand des ÖGB, der heute, Dienstag, in Wien tagte. Verzetnitsch wies darauf hin, dass die positive Beschäftigungs- und Wirtschaftslage auf die gut funktionierende Sozialpartnerschaft und überbetriebliche Mitbestimmung zurückzuführen sei. ++++

Die Entwicklung am Arbeitsmarkt dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass weiterhin ein besonderes Augenmerk auf die Jugendbeschäftigung gelegt werden müsse. Nach wie vor sei die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen rückläufig. "Hätten wir nicht das Auffangsnetz durchgesetzt, dann würden heute tausende Jugendliche auf der Straße stehen”, ist Verzetnitsch überzeugt. "Unsere Jugendlichen haben ein Recht auf Ausbildung. In den Stiftungen und Lehrgängen bekommen sie diese und haben somit gute Chancen am Arbeitsmarkt.” Der ÖGB-Präsident weiter: "Wenn die Lehrberechtigten trotz der hohen Förderungen - allein 1998 bekamen sie von der öffentlichen Hand mehr als eine Milliarde Schilling - über zu hohe Kosten in der Lehrlingsausbildung klagen, dann sind sie herzlich eingeladen, mit uns endlich den Lastenausgleich zwischen ausbildenden und nichtausbildenden Betrieben zu verwirklichen.”

Die jüngsten Beschäftigungsdaten zeigen auch die künftigen Herausforderungen auf. Es ist klar erkennbar, dass die Zahl der atypischen und Teilzeitbeschäftigungen zunimmt. Immer mehr Menschen werden in solche Beschäftigungsverhältnisse abgedrängt, obwohl sie lieber einen Vollzeitjob hätten oder bräuchten. Betroffen sind vor allem die Frauen. "Das ist kein Trend, der uns zufriedenstellt. Unser Ziel ist es, Einkommen und Sozialrechte zu schaffen, die die Zukunft aller ArbeitnehmerInnen sichern”, so Verzetnitsch.

Bundeskongress

Der heutige Bundesvorstand des ÖGB stand auch im Zeichen des alle vier Jahren stattfindenden Bundeskongresses des ÖGB. Er wird in der Zeit vom 11. bis 15. Oktober 1999 im Wiener Austria-Center tagen. Rund 500 Delegierte aus ganz Österreich werden erwartet. Sie werden über die Ziele des ÖGB in den kommenden vier Jahren bestimmen. Der ÖGB-Bundesvorstand wird fünf Schwerpunkte zur Abstimmung einbringen. Die Themen lauten: "Einkommen statt Almosen”, "Wirtschaft statt Herrschaft”, "Arbeit statt Beschäftigung”, "Gemeinschaft statt Egoismus”, "Zukunft statt Vergangenheit”.

Aktion Fairness

Die Aktion Fairness dürfe trotz des Wahlkampfes nicht zurückgestellt werden, betonte der ÖGB-Präsident. Aus diesem Grund halten die GewerkschafterInnen in der kommenden Woche in ganz Österreich Protestveranstaltungen ab. Verzetnitsch: "Die Angleichung der Rechte der Arbeiter an jene der Angestellten ist ein Gebot der Stunde. Wir nehmen nicht hin, dass sie wegen parteipolitischer Spielereien auf der Strecke bleibt.”

Nationalratwahlen

ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch ruft alle Mitglieder des ÖGB auf, am 3. Oktober 1999 von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. "Jede Partei, jede Regierung kann und soll danach beurteilt werden, was sie für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer tut.” (kr)

ÖGB, 8. September 1999 Nr. 419

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Tel. (01) 534 44/239 Dw.

Annmearie Kramser

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB/NGB